KI in der Verkehrssicherung: Warum sie notwendig ist

Verkehrssicherung ist notwendig, sobald Baustellen, Veranstaltungen oder kurzfristige Arbeiten den gewohnten Ablauf im öffentlichen Verkehrsraum verändern. Sie schützt Verkehrsteilnehmer und Beschäftigte, führt Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger durch die neue Situation und hält Rettungswege erreichbar. KI in der Verkehrssicherung kann Planung, Prüfung, Disposition und laufende Kontrolle unterstützen, ersetzt aber weder behördliche Anordnungen noch Fachverantwortung.

Warum entsteht durch jeden Eingriff eine neue Verkehrssituation?

Eine Straße funktioniert im Alltag vor allem deshalb, weil ihre Nutzer mit wiederkehrenden Abläufen rechnen. Fahrstreifen verlaufen an der erwarteten Stelle, Gehwege sind nutzbar, Sichtbeziehungen bleiben weitgehend gleich und eine gewohnte Vorfahrtregelung gilt auch am nächsten Morgen noch. Sobald eine Baustelle, eine Veranstaltung oder ein kurzfristiger Arbeitseinsatz in diesen Ablauf eingreift, stimmen diese Erwartungen nicht mehr vollständig mit der tatsächlichen Situation überein.

Ein abgestelltes Montagefahrzeug kann einen Radfahrstreifen blockieren. Ein Bauzaun kann die Sicht auf eine Einmündung einschränken. Eine Fahrbahnsanierung zwingt Fahrzeuge zu einem Fahrstreifenwechsel, während Beschäftigte wenige Meter daneben arbeiten. Bei einer Veranstaltung treffen Besucherströme, Lieferverkehr, öffentlicher Nahverkehr, Sicherheitsdienst und Rettungskräfte auf dieselben Zufahrten. Arbeiten an Versorgungsleitungen verengen häufig nicht nur die Fahrbahn, sondern verändern zugleich Gehwege, Querungsstellen, Parkflächen und Grundstückszufahrten.

Verkehrssicherung muss diese vorübergehend veränderte Situation in eine nachvollziehbare Verkehrsführung übersetzen. Dazu gehören Verkehrszeichen, Absperrgeräte, Leitkegel, Warnleuchten, mobile Lichtsignalanlagen, Fahrstreifenverschwenkungen, Haltverbote, Umleitungen und gesicherte Wege für Fußgänger. Je nach Maßnahme kommen Sicherungsfahrzeuge, Vorwarneinrichtungen, transportable Schutzeinrichtungen oder besondere Lösungen für Arbeitsstellen kürzerer Dauer hinzu.

Das Ziel besteht nicht allein darin, ein Baufeld abzugrenzen. Entscheidend ist, dass alle Verkehrsarten während Einrichtung, Betrieb, Umbau und Abbau der Arbeitsstelle berücksichtigt werden. Gerade die Übergangsphasen bergen erhebliche Risiken, weil Material bewegt wird, Beschäftigte die Fahrbahn betreten und Teile der vorgesehenen Sicherung noch nicht oder nicht mehr vollständig stehen.

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Warum reicht es nicht aus, einige Schilder aufzustellen?

Verkehrssicherung ist keine Materialaufgabe, sondern eine Planungs-, Organisations- und Überwachungsaufgabe. Ein Verkehrszeichen entfaltet seine Wirkung nur dann sinnvoll, wenn Standort, Sichtbarkeit, Reihenfolge, Abstand und Bezug zur tatsächlichen Verkehrsführung stimmen. Gleiches gilt für Leitbaken, Absperrschranken und transportable Lichtsignalanlagen.

Vor Arbeiten, die sich auf den Straßenverkehr auswirken, ist nach § 45 Absatz 6 StVO eine Anordnung der zuständigen Behörde einzuholen. Bauunternehmen legen dafür üblicherweise einen Verkehrszeichenplan vor. Die verkehrsrechtliche Anordnung beschreibt unter anderem, wie die Arbeitsstelle abzusperren und zu kennzeichnen ist, wie der Verkehr beschränkt, geleitet oder geregelt wird und welche Umleitungen erforderlich sind.

In der praktischen Umsetzung greifen mehrere Regelungsbereiche ineinander. Die RSA 21 behandeln die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen. Die ASR A5.2 richtet den Blick auf Arbeitsplätze und Verkehrswege im Grenzbereich zum fließenden Verkehr. Hinzu kommen die verkehrsrechtliche Anordnung, örtliche Auflagen, technische Vertragsbedingungen, Gefährdungsbeurteilungen und gegebenenfalls besondere Vorgaben des Straßenbaulastträgers.

Ein formal passender Regelplan ist deshalb nur der Ausgangspunkt. Vor Ort müssen Fahrbahnbreiten, Kurvenverläufe, Kuppen, Einmündungen, Bushaltestellen, Grundstückszufahrten, Radverkehr, Fußverkehr, Schulwege, Lieferzonen und vorhandene Beschilderung berücksichtigt werden. Bei Veranstaltungen kommen Besucheraufkommen, Einlasszeiten, Anlieferfenster, Taxiverkehr, Feuerwehrbewegungsflächen und Räumungsszenarien hinzu.

Welche Eingriffe erfordern welche Form der Verkehrssicherung?

Eingriff in den VerkehrsraumTypische VeränderungOperative Aufgabe der VerkehrssicherungMögliche KI-Unterstützung
Straßen- und TiefbaustelleFahrstreifen entfallen, Gehwege werden verlegt, Arbeitsbereiche grenzen an den VerkehrVerkehrszeichenplan umsetzen, Arbeits- und Verkehrsbereich trennen, sichere Restbreiten überwachenPlanunterlagen prüfen, Konflikte erkennen, Material- und Personalbedarf vorbereiten
FahrbahnsanierungWandernde oder abschnittsweise Arbeitsstelle, wechselnde VerkehrsführungBauabschnitte koordinieren, Markierung und Beschilderung anpassen, Umstellungen dokumentierenBauphasen mit Verkehrsbelastung, Wetter und Ressourcen abgleichen
StraßensperrungVerkehrsströme verlagern sich auf andere StreckenUmleitung einrichten, Knotenpunkte und Anliegerverkehr berücksichtigenAuswirkungen auf Alternativrouten abschätzen und kritische Zeitfenster erkennen
Arbeiten an VersorgungsleitungenKleine Baufelder mit häufig wechselnden StandortenGehwege, Radverkehr und Grundstückszufahrten sichern, Haltverbote organisierenwiederkehrende Anträge vorbereiten und standortbezogene Besonderheiten aus früheren Aufträgen bereitstellen
VeranstaltungBesucher, Lieferanten, Sicherheitsdienst und Rettungskräfte nutzen dieselben RäumeSperrstellen, Zufahrtskontrollen, Lieferfenster und Rettungswege aufeinander abstimmenBesucheraufkommen prognostizieren, Konflikte zwischen Zufahrten und Programmzeiten melden
Kurzfristiger Einsatz auf Autobahn oder BundesstraßeHohe Annäherungsgeschwindigkeiten und wenig VorbereitungszeitVorwarnung, Sicherungsfahrzeug, Fahrstreifensperrung und Aufhebung des Einsatzes koordinierenEinsatzdaten priorisieren, geeignete Kolonnen und verfügbare Sicherungstechnik vorschlagen
Innerstädtische ArbeitsstelleViele Verkehrsarten auf engem RaumFußgänger, Radfahrer, ÖPNV, Lieferverkehr und Anwohner zusammenführenörtliche Anforderungen, Sperrzeiten und parallele Maßnahmen automatisiert abgleichen

Warum ist Verkehrssicherung auch bei kleinen Maßnahmen notwendig?

Viele problematische Situationen entstehen nicht an großen Autobahnbaustellen, sondern bei vermeintlich überschaubaren Eingriffen. Ein Hubsteiger steht für zwei Stunden auf der Fahrbahn. Ein Container wird am Straßenrand abgesetzt. Für einen Hausanschluss wird ein Gehweg geöffnet. Ein Gerüst benötigt Stellfläche im öffentlichen Raum. Ein Kran blockiert zeitweise einen Fahrstreifen.

Aus Sicht des ausführenden Unternehmens erscheint die Maßnahme klein. Für einen Fußgänger mit Rollator, ein Kind auf dem Schulweg, einen Radfahrer oder einen Busfahrer kann sie dennoch eine erhebliche Veränderung darstellen. Sobald der reguläre Weg nicht mehr nutzbar ist, muss eine andere Führung angeboten werden. Dabei genügt es nicht, Fußgänger pauschal auf die gegenüberliegende Straßenseite zu verweisen, wenn dort keine geeignete Querungsmöglichkeit besteht.

Hinzu kommt die zeitliche Wirkung. Ein Arbeitsbereich kann morgens eingerichtet werden, während wenig Verkehr herrscht, und am Nachmittag in eine völlig andere Belastung geraten. Schulschluss, Berufsverkehr, Lieferverkehr oder eine parallel beginnende Veranstaltung verändern die Rahmenbedingungen, ohne dass sich das Baufeld selbst bewegt.

Gerade kleine und kurzfristige Maßnahmen profitieren deshalb von standardisierten digitalen Prüfungen. Eine KI kann anhand von Standort, Straßenkategorie, Arbeitszeit und Eingriffsart auf häufig vergessene Punkte hinweisen. Sie kann beispielsweise fragen, ob eine Bushaltestelle betroffen ist, ob der Radverkehr umgeleitet werden muss oder ob ein Haltverbot rechtzeitig angekündigt wurde.

Welche Folgen können fehlerhafte Sicherungsmaßnahmen haben?

Fehler in der Verkehrssicherung können Verkehrsteilnehmer zu abrupten Brems-, Ausweich- oder Spurwechselmanövern zwingen. Sie können Beschäftigte unzureichend gegenüber dem fließenden Verkehr schützen oder Rettungswege blockieren. Hinzu kommen Staus, Beschwerden, Verzögerungen, behördliche Beanstandungen und zusätzlicher Aufwand für kurzfristige Nachbesserungen.

Die Dimension des allgemeinen Unfallgeschehens zeigt, weshalb vorübergehend veränderte Verkehrsführungen sorgfältig behandelt werden müssen. Im Jahr 2025 starben in Deutschland 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen. Im Durchschnitt wurden täglich mehr als 1.000 Menschen verletzt. Für das Jahr 2024 wird menschliches Fehlverhalten als häufigste Ursache bei 92 Prozent der Unfälle mit Personenschaden genannt.

Diese Werte beziehen sich nicht ausschließlich auf Baustellen oder Sperrungen. Sie zeigen jedoch, wie stark Verkehrssicherheit von vorhersehbaren Situationen, rechtzeitig wahrnehmbaren Informationen und angemessenem Verhalten abhängt. Eine gute Arbeitsstellensicherung reduziert zusätzliche Entscheidungslast: Der Fahrer erkennt frühzeitig, welcher Fahrstreifen endet; der Radfahrer findet eine nutzbare Führung; der Fußgänger weiß, wo er den Arbeitsbereich passieren kann.

Was läuft in der Praxis üblicherweise falsch?

Ein häufiger Fehler besteht darin, einen früheren Verkehrszeichenplan nahezu unverändert für eine neue Örtlichkeit zu verwenden. Die Maßnahme ähnelt zwar dem alten Auftrag, doch eine zusätzliche Grundstückszufahrt, eine geänderte Bushaltestelle oder ein neuer Radfahrstreifen verändert die Anforderungen. Wird lediglich der Projektname ausgetauscht, bleiben solche Unterschiede unberücksichtigt.

Ebenso problematisch ist eine Planung, die nur den späteren Endzustand betrachtet. Die Einrichtung einer Arbeitsstelle kann gefährlicher sein als ihr regulärer Betrieb. Fahrzeuge mit Material halten im Verkehrsbereich, Beschäftigte tragen Leitbaken über die Fahrbahn und Sicherungselemente stehen zunächst nur abschnittsweise. Beim Abbau entsteht dieselbe Situation in umgekehrter Reihenfolge.

Weitere Fehlerquellen liegen in der Disposition. Das benötigte Material ist laut Bestandsliste vorhanden, befindet sich tatsächlich aber auf einer anderen Baustelle oder in Reparatur. Eine Kolonne ist eingeplant, doch eine erforderliche Qualifikation oder Fahrerlaubnis fehlt. Eine verkehrsrechtliche Anordnung wurde verlängert, die aktualisierte Fassung erreicht den Bauleiter jedoch nicht. Kontrollfahrten finden statt, werden aber nicht nachvollziehbar dokumentiert.

Bei Veranstaltungen werden Sperrstellen mitunter isoliert geplant. Erst kurz vor Beginn zeigt sich, dass dieselbe Zufahrt für Künstler, Catering, Sicherheitsdienst und Feuerwehr vorgesehen ist. Auch zeitliche Überschneidungen werden häufig unterschätzt: Der Abbau des Wochenmarkts läuft noch, während bereits die ersten Veranstaltungsbesucher eintreffen.

Wie kann KI die Planung vor Beginn einer Maßnahme unterstützen?

KI eignet sich besonders für Arbeitsschritte, bei denen viele Unterlagen, Regeln und Erfahrungswerte zusammengeführt werden müssen. Ein Unternehmen kann verkehrsrechtliche Anordnungen, Verkehrszeichenpläne, Leistungsverzeichnisse, Lagepläne, interne Arbeitsanweisungen und frühere Aufträge in einer geschützten Wissensumgebung bereitstellen. Ein Assistent kann daraus projektspezifische Prüffragen ableiten.

Bei einem neuen Auftrag könnte das System zunächst erkennen, welche Dokumente vorliegen und welche fehlen. Es könnte Fristen aus der Anordnung erfassen, Sperrzeiten übernehmen, Auflagen den zuständigen Mitarbeitern zuordnen und auf Abweichungen zwischen Auftrag, Verkehrszeichenplan und Disposition hinweisen.

Besonders nützlich ist der Vergleich mit früheren Maßnahmen. Statt nur nach identischen Straßennamen zu suchen, kann KI nach ähnlichen Randbedingungen filtern: innerstädtische Hauptverkehrsstraße, Arbeitsbereich auf dem Gehweg, Buslinie betroffen, eingeschränkte Sichtbeziehung und Arbeiten während des Berufsverkehrs. Die Projektleitung erhält damit Erfahrungswerte, ohne jedes abgeschlossene Projekt manuell durchsuchen zu müssen.

Auch Karten-, Verkehrs- und Wetterdaten können einbezogen werden. Daraus entsteht keine automatische Genehmigung, wohl aber eine bessere Arbeitsgrundlage für den verantwortlichen Planer. Ein System kann auf parallele Baustellen, bekannte Umleitungsstrecken, angekündigte Veranstaltungen oder ungünstige Witterungsbedingungen für Markierungsarbeiten hinweisen.

Wie kann KI Verkehrszeichenpläne und Anordnungen prüfen?

Eine KI kann Dokumente nicht fachlich freigeben, aber formale und inhaltliche Prüfungen vorbereiten. Dazu gehört der Abgleich von Projektdaten, Zeiträumen, Straßenabschnitten, Verkehrszeichen, Regelplänen und behördlichen Auflagen. Werden im Auftrag Nachtarbeiten genannt, in der Anordnung jedoch nur Tageszeiten zugelassen, kann das System die Abweichung markieren.

Auch wiederkehrende Prüfmuster lassen sich abbilden. Sind Geh- und Radwege betroffen? Stimmen Beginn und Ende der Haltverbotsstrecke mit dem benötigten Arbeitsbereich überein? Wurde die Anliegerzufahrt berücksichtigt? Gibt es eine Vorgabe zur Aufrechterhaltung des Linienverkehrs? Ist eine mobile Lichtsignalanlage vorgesehen, obwohl im Materialeinsatz keine Anlage reserviert wurde?

Bei eingescannten Unterlagen ist eine Kombination aus Texterkennung, Dokumentenverständnis und regelbasierten Prüfungen sinnvoll. Das Ergebnis sollte immer auf die relevante Stelle im Dokument verweisen. Der verantwortliche Mitarbeiter muss nachvollziehen können, weshalb ein Hinweis entstanden ist und welche Unterlage geprüft werden muss.

Ungeeignet wäre ein System, das lediglich behauptet, ein Plan sei „korrekt“. Verkehrssicherung hängt zu stark von örtlichen Bedingungen, behördlichen Vorgaben und aktuellen Veränderungen ab. Der Nutzen liegt in einer strukturierten Vorprüfung, nicht in einer pauschalen Freigabe.

Wie unterstützt KI die Disposition von Mitarbeitern, Fahrzeugen und Material?

Die Planung einer Verkehrssicherungsmaßnahme verbindet zahlreiche Abhängigkeiten. Für einen Auftrag werden nicht nur Leitbaken und Verkehrszeichen benötigt, sondern möglicherweise ein Sicherungsfahrzeug, eine transportable Lichtsignalanlage, Warnschwellen, mobile Schutzeinrichtungen, Ballastierung, Beleuchtung und geeignete Transportkapazität.

Gleichzeitig müssen Mitarbeiter verfügbar sein, über die erforderlichen Kenntnisse verfügen und den Einsatzort innerhalb des geplanten Zeitfensters erreichen. Fahrzeiten, Ladezeiten, Einrichtungsdauer und spätere Kontrollfahrten gehören zur tatsächlichen Kapazität einer Kolonne. Werden nur die Arbeitszeiten am Einsatzort betrachtet, entstehen Doppelbelegungen.

KI kann Konflikte frühzeitig erkennen und Alternativen vorbereiten. Das System kann anzeigen, dass ein Sicherungsfahrzeug bereits für einen Autobahneinsatz reserviert ist, dass ein Mitarbeiter am selben Morgen eine andere Baustelle abbauen soll oder dass die Rückgabe einer mobilen Lichtsignalanlage noch nicht bestätigt wurde.

Bei einem Eilauftrag kann ein Assistent verfügbare Ressourcen nach Entfernung, Qualifikation und aktuellem Status sortieren. Die Entscheidung trifft weiterhin der Disponent. Er erhält jedoch schneller eine belastbare Auswahl und muss nicht mehrere Tabellen, Kalender und Telefonnotizen miteinander vergleichen.

Wie kann KI den laufenden Betrieb einer Arbeitsstelle begleiten?

Nach der Einrichtung beginnt die Phase, in der sich die Realität von der ursprünglichen Planung entfernen kann. Leitbaken werden verschoben, Fahrzeuge parken im Haltverbot, Baustellenzufahrten ändern sich und Witterung beeinträchtigt die Sichtbarkeit. Bei länger laufenden Maßnahmen kommen Bauphasenwechsel, geänderte Verkehrsführungen und neue behördliche Auflagen hinzu.

Digitale Kontrollfahrten können deshalb mit festen Prüfpunkten, Fotos, Zeitstempel und Standortdaten dokumentiert werden. KI kann eingehende Fotos vorsortieren, Unterschiede zu früheren Aufnahmen erkennen und den Mitarbeiter auf mögliche Abweichungen hinweisen. Beispiele sind eine umgestürzte Bake, eine verdeckte Beschilderung oder eine nicht mehr nutzbare Fußgängerführung.

Eine solche Bilderkennung darf nicht als alleinige Kontrolle eingesetzt werden. Kameraperspektive, Dunkelheit, Verschmutzung und verdeckte Bereiche begrenzen die Zuverlässigkeit. Sinnvoll ist ein Assistenzmodell: Das System priorisiert auffällige Aufnahmen, während der fachkundige Mitarbeiter die Situation bewertet.

Bei komplexeren Verkehrssteuerungen zeigen Forschungsprojekte, dass KI reale Verkehrsdaten, Simulationen und Sensorinformationen zusammenführen kann. In einem untersuchten Ampelprojekt verbesserten sich verkehrsbezogene Kennwerte in Realtests um etwa 10 Prozent. Für temporäre Lichtsignalanlagen oder baustellenbezogene Verkehrssteuerung bedeutet dies zunächst ein Entwicklungspotenzial, nicht automatisch eine unmittelbar einsetzbare Standardlösung.

Wie kann KI bei Veranstaltungen und innerstädtischen Maßnahmen helfen?

Veranstaltungen unterscheiden sich von klassischen Baustellen, weil sich die Belastung innerhalb kurzer Zeit stark verändert. Vor dem Einlass dominieren Anlieferungen und Aufbauverkehr. Danach entstehen Besucherströme, Taxiverkehr, Bring- und Holverkehre sowie erhöhte Auslastungen des öffentlichen Nahverkehrs. Nach Veranstaltungsende bewegen sich viele Menschen gleichzeitig zu Parkflächen, Haltestellen und Bahnhöfen.

Eine KI-gestützte Planung kann Zeitpläne, erwartete Besucherzahlen, Anlieferfenster, Sperrzeiten und Rettungswege zusammenführen. Das System kann melden, wenn ein Lieferfenster mit einer vollständigen Zufahrtssperrung kollidiert oder wenn ein vorgesehener Aufstellbereich die Feuerwehrbewegungsfläche berührt.

Im innerstädtischen Bereich ist die Zahl der Wechselwirkungen besonders hoch. Eine Baustelle kann gleichzeitig einen Radfahrstreifen, eine Ladezone, eine Busspur und einen Gehweg betreffen. Zusätzlich verändern Außengastronomie, Wochenmärkte, Schulwege oder andere Baumaßnahmen die verfügbare Fläche.

KI kann diese Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen und für die Einsatzbesprechung aufbereiten. Der größte Nutzen entsteht dort, wo bisher Wissen in einzelnen E-Mails, Tabellen, Lageplänen und den Köpfen erfahrener Mitarbeiter verteilt ist.

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Wo liegen die Grenzen von KI in der Verkehrssicherung?

KI kann Vorschläge erstellen, Unterlagen vergleichen, Auffälligkeiten melden und Erfahrungen aus früheren Maßnahmen auffindbar machen. Sie kann jedoch keine Ortsbesichtigung ersetzen. Ein aktuelles Foto zeigt möglicherweise nicht, dass morgens regelmäßig ein Lieferfahrzeug die Sichtbeziehung verdeckt oder dass Schulkinder eine andere Route nutzen als im Lageplan angenommen.

Auch behördliche Entscheidungen dürfen nicht mit einer technischen Empfehlung verwechselt werden. Die verkehrsrechtliche Anordnung kommt von der zuständigen Behörde. Die Verantwortung für fachgerechte Einrichtung, Kontrolle und Anpassung bleibt bei den dafür zuständigen Personen.

Datenqualität ist eine weitere Grenze. Veraltete Materialbestände, nicht dokumentierte Baustellenänderungen oder unvollständige Mitarbeiterqualifikationen führen zu ungeeigneten Vorschlägen. Ein KI-System verbessert keinen Prozess, dessen tatsächlicher Zustand dauerhaft außerhalb des Systems geführt wird.

Bei Kamera- und Sensordaten sind Datenschutz, Zweckbindung, Speicherdauer, Zugriffsrechte und technische Schutzmaßnahmen frühzeitig festzulegen. Häufig genügt es, anonymisierte Zähl- oder Zustandsdaten zu verarbeiten. Eine dauerhafte Speicherung identifizierbarer Personen oder Kennzeichen ist für viele Anwendungsfälle weder erforderlich noch angemessen.

Wie sollten mittelständische Unternehmen mit KI beginnen?

Der sinnvollste Einstieg liegt selten in einer vollständig automatisierten Verkehrssteuerung. Größeren Nutzen bringen zunächst Anwendungen, die vorhandene operative Probleme lösen: fehlende Unterlagen, übersehene Fristen, Doppelbelegungen, verstreute Projektinformationen und aufwendige Kontrollnachweise.

Ein erster Anwendungsfall kann ein interner Assistent für Anordnungen, Regelpläne und frühere Projekte sein. Danach folgen regelbasierte Projektprüfungen, eine zentrale Ressourcenübersicht und digitale Kontrollfahrten. Erst wenn Stammdaten, Rollen und Arbeitsabläufe zuverlässig gepflegt werden, lohnt sich die Erweiterung um Prognosen oder Bildauswertung.

Für jedes System sollten Zuständigkeiten festgelegt werden. Wer pflegt Regeln? Wer bestätigt Materialstatus? Wer bewertet Warnungen? Wer darf Projektunterlagen sehen? Welche Vorschläge müssen durch einen Verantwortlichen freigegeben werden? Ohne diese organisatorischen Festlegungen entsteht zusätzliche Software, aber keine verlässlichere Arbeitsweise.

KrambergAI (https://krambergai.com/) entwickelt solche Lösungen nicht als losgelöste KI-Funktion, sondern eingebettet in die Abläufe von Verkehrssicherungsunternehmen, Bauunternehmen, Veranstaltern und technischen Dienstleistern. Entscheidend ist die Verbindung von Auftragsdaten, Fachwissen, Ressourcen, Dokumenten und Verantwortlichkeiten.

Warum bleibt der Mensch trotz KI verantwortlich?

Verkehrssicherung findet in einer offenen Umgebung statt. Verkehrsteilnehmer verhalten sich nicht immer erwartungsgemäß, Wetterbedingungen ändern sich und Baustellenabläufe verschieben sich. Kein Modell verfügt automatisch über alle Informationen, die ein erfahrener Bauleiter, Verkehrsplaner oder Kolonnenführer vor Ort wahrnimmt.

Die Rolle der KI besteht deshalb darin, Aufmerksamkeit auf relevante Abweichungen zu lenken und Routinearbeit zu reduzieren. Sie kann den Menschen daran erinnern, dass eine Anordnung ausläuft, dass ein Kontrollnachweis fehlt oder dass dieselbe mobile Lichtsignalanlage zwei Aufträgen zugeordnet wurde.

Die fachliche Bewertung, die Abstimmung mit der Behörde und die Reaktion auf die tatsächliche Situation bleiben menschliche Aufgaben. Eine verantwortungsvoll eingesetzte KI macht Entscheidungen nicht unsichtbar, sondern dokumentiert Datengrundlage, Regel und Bearbeitungsstand.

Warum wird KI in der Verkehrssicherung an Bedeutung gewinnen?

Die Zahl der gleichzeitig zu koordinierenden Informationen steigt. Projekte werden kurzfristiger, Fachkräfte sind knapp und Auftraggeber erwarten aktuelle Auskünfte zum Bearbeitungsstand. Gleichzeitig bleiben verkehrsrechtliche, technische und organisatorische Anforderungen bestehen.

KI in der Verkehrssicherung kann diese Informationsmenge beherrschbarer machen. Sie verbindet Dokumente mit Projekten, Projekte mit Ressourcen und Beobachtungen vor Ort mit konkreten Aufgaben. Damit entsteht keine autonome Baustelle, sondern ein besser unterstützter Betrieb.

Der größte Fortschritt liegt oft nicht in einer spektakulären Einzelanwendung. Er entsteht, wenn ein fehlendes Dokument vor der Abfahrt auffällt, ein Materialkonflikt am Vortag erkannt wird oder eine überfällige Kontrollfahrt nicht in einer handschriftlichen Liste verschwindet. Genau an diesen Stellen entscheidet sich, ob Verkehrssicherung nur geplant oder im Alltag tatsächlich umgesetzt wird.

Warum ist Verkehrssicherung bei einem kleinen Eingriff erforderlich?

Auch ein kleiner Eingriff kann gewohnte Wege unterbrechen, Sichtbeziehungen verändern oder Verkehrsteilnehmer zu Ausweichbewegungen zwingen. Entscheidend ist nicht allein die Größe des Baufelds, sondern dessen Wirkung auf Fahrbahn, Gehweg, Radverkehr und Zufahrten. Sobald der öffentliche Verkehrsraum beeinflusst wird, müssen die erforderlichen Maßnahmen geprüft und gegebenenfalls behördlich angeordnet werden.

Wer trägt die Verantwortung für eine Arbeitsstellensicherung?

Die zuständige Behörde erlässt die verkehrsrechtliche Anordnung. Das ausführende Unternehmen muss die angeordneten Maßnahmen fachgerecht einrichten, betreiben, kontrollieren und bei Bedarf instand setzen. Intern sollten verantwortliche Personen für Planung, Aufbau, Kontrolle und Dokumentation benannt sein. Eine eingesetzte Software oder KI verändert diese Verantwortungsverteilung nicht.

Was ist eine verkehrsrechtliche Anordnung?

Die verkehrsrechtliche Anordnung legt fest, wie eine Arbeitsstelle abgesperrt und gekennzeichnet wird und wie der Verkehr während der Maßnahme zu führen ist. Sie kann Verkehrszeichen, Sperrungen, Umleitungen, Haltverbote, Lichtsignalanlagen und zeitliche Bedingungen enthalten. Für Bauarbeiten wird regelmäßig ein Verkehrszeichenplan eingereicht, auf dessen Grundlage die Behörde ihre Entscheidung trifft.

Welche Bedeutung haben die RSA 21?

Die RSA 21 enthalten Vorgaben für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen. Sie behandeln unter anderem Arbeitsstellen längerer und kürzerer Dauer, Verkehrszeichen, Absperrgeräte, Leit- und Warneinrichtungen sowie Regelpläne. In der praktischen Planung müssen sie mit der konkreten Anordnung, der örtlichen Situation und den Anforderungen des Arbeitsschutzes zusammengeführt werden.

Kann KI einen Verkehrszeichenplan erstellen?

KI kann bei der Vorbereitung unterstützen, Projektdaten übernehmen, ähnliche Regelpläne finden und auf mögliche Konflikte hinweisen. Eine automatisch erzeugte Darstellung darf jedoch nicht ohne fachliche Prüfung verwendet werden. Standort, Straßenverlauf, Sichtbeziehungen, Verkehrsarten und behördliche Vorgaben müssen durch qualifizierte Personen bewertet und in einen geeigneten Verkehrszeichenplan übertragen werden.

Darf KI eine Arbeitsstelle fachlich freigeben?

Eine KI sollte keine eigenständige fachliche oder behördliche Freigabe erteilen. Sie kann Prüfergebnisse vorbereiten, fehlende Angaben melden und Abweichungen zwischen Dokumenten erkennen. Die abschließende Bewertung erfolgt durch die zuständige Fachkraft beziehungsweise Behörde. Besonders bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen muss nachvollziehbar bleiben, wer die Entscheidung auf welcher Grundlage getroffen hat.

Wie hilft KI bei Arbeitsstellen kürzerer Dauer?

Bei kurzfristigen Einsätzen kann KI Auftragsdaten erfassen, verfügbare Kolonnen ermitteln und benötigte Sicherungstechnik vorschlagen. Sie kann Qualifikationen, Fahrzeiten, bestehende Reservierungen und parallele Einsätze berücksichtigen. Dadurch erhält der Disponent schneller eine Auswahl. Aufbaufolge, tatsächliche Absicherung und Reaktion auf die Situation vor Ort bleiben Aufgaben der eingesetzten Mitarbeiter.

Wie können Kontrollfahrten digital unterstützt werden?

Mitarbeiter können Prüfpunkte, Fotos, Standort und Zeitpunkt über eine mobile Anwendung dokumentieren. KI kann Aufnahmen vorsortieren, Unterschiede zu früheren Kontrollen hervorheben und fehlende Prüfschritte melden. Die Bewertung der Sicherung sollte weiterhin durch eine fachkundige Person erfolgen. Das digitale Verfahren verbessert vor allem Nachweisführung, Aufgabenverfolgung und Weitergabe festgestellter Mängel.

Ist eine KI-gestützte Videoanalyse datenschutzkonform möglich?

Das hängt von Zweck, Technik und Datenverarbeitung ab. Häufig können Personen bereits am Aufnahmeort anonymisiert oder ausschließlich Zähl- und Zustandsdaten gespeichert werden. Vor dem Einsatz sind Rechtsgrundlage, Zweckbindung, Zugriffsrechte, Speicherdauer und Löschkonzept festzulegen. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung kann erforderlich sein, insbesondere bei umfangreicher Beobachtung öffentlich zugänglicher Bereiche.

Mit welchen Daten sollte ein mittelständisches Unternehmen beginnen?

Geeignet sind Auftragsstammdaten, Anordnungen, Verkehrszeichenpläne, Mitarbeiterqualifikationen, Materialbestände, Fahrzeuge, Kontrollnachweise und dokumentierte Projekterfahrungen. Diese Informationen sollten zunächst strukturiert und Verantwortlichen zugeordnet werden. Erst danach sind komplexere Prognosen sinnvoll. Ein begrenzter Anwendungsfall mit messbarem Nutzen ist meist erfolgreicher als eine sofortige Vollautomatisierung des gesamten Betriebs.

Quellenangaben zu den verwendeten Kennzahlen

  1. Statistisches Bundesamt: „8 Tote und mehr als 1.000 Verletzte pro Tag bei Verkehrsunfällen im Jahr 2025“
    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_238_46241.html
  2. Initiative „Runter vom Gas“: „Die häufigsten Unfallursachen“
    https://www.runtervomgas.de/ratgeber-und-service/unfallursachen/die-haeufigsten-unfallursachen/
  3. Fraunhofer IOSB-INA: „Whitepaper KI4LSA – Künstliche Intelligenz für Lichtsignalanlagen“
    https://www.iosb-ina.fraunhofer.de/content/dam/iosb/iosb-ina/documents/WhitePaper_KI4LSA.pdf

Interessante Links

  1. Straßenverkehrs-Ordnung, § 45 – Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen
    https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__45.html
  2. ASR A5.2 – Anforderungen an Straßenbaustellen im Grenzbereich zum Straßenverkehr
    https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/ASR/ASR-A5-2
  3. RSA 21 – Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen
    https://www.fgsv-verlag.de/rsa-21-fgsv-reader