Stationszeichen richtig lesen: Praxisleitfaden Außendienst

Stationszeichen richtig lesen heißt, einen Einsatzort anhand von Straßenklasse, Straßennummer, Abschnitt und Station eindeutig im Straßennetz zuzuordnen. Entscheidend ist außerdem die Stationierungsrichtung, denn sie bestimmt, in welcher Richtung die Stationswerte ansteigen. Für Besichtigung, Aufbau und Kontrolle der Verkehrssicherung verhindert diese Systematik Verwechslungen bei Anfahrt, Dokumentation und Übergabe.

Was zeigt ein Stationszeichen dem Außendienst tatsächlich?

Wer regelmäßig auf Bundes-, Landes-, Staats- oder Kreisstraßen unterwegs ist, kennt die kleinen Tafeln an Leitpfosten oder anderen Straßeneinrichtungen. Für viele Verkehrsteilnehmer sind sie kaum relevant. Für Straßenmeistereien, Bauunternehmen, Verkehrssicherungsbetriebe, Vermesser, Polizei oder Einsatzkräfte bilden sie dagegen einen wichtigen Bezugspunkt.

Das dahinterstehende Prinzip ist einfacher als die teilweise unterschiedlichen Ausführungen der Schilder vermuten lassen: Ein Standort wird über die Kombination aus Straße, Abschnitt und Station beschrieben. Die Stationierungsrichtung ergänzt diese Angaben um die Richtung, in der die Stationswerte innerhalb des betreffenden Abschnitts ansteigen. Das Straßeninformationssystem Bayerns beschreibt genau diese drei Angaben als Grundlage für die örtliche Zuordnung eines Straßenpunktes.

Ein Abschnitt liegt im ASB-System grundsätzlich zwischen zwei Netzknoten. Er besitzt einen Anfang und ein Ende beziehungsweise einen VON- und NACH-Netzknoten. Die Station beginnt am Abschnittsanfang und läuft in Stationierungsrichtung bis zum Abschnittsende.

Für einen Monteur oder Bauleiter bedeutet das vor allem: Die Angabe „B 27, ungefähr zwei Kilometer hinter der Kreuzung“ ist betrieblich deutlich weniger belastbar als beispielsweise „B 27, Abschnitt X, Station 2,600, in Stationierungsrichtung“. Ergänzt um Fahrbahnseite, Fahrstreifen, Koordinate und gegebenenfalls einen Netzknotenbezug entsteht daraus eine Standortbeschreibung, die sich in Auftrag, Verkehrszeichenplan, Disposition und Kontrolldokumentation weiterverwenden lässt.

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Wie unterscheiden sich Straßenklasse, Abschnitt, Station und Richtung?

Die vier Angaben erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Gerade unter Zeitdruck werden sie jedoch häufig miteinander vermischt.

AngabeBedeutungBeispielPrüfung im Außendienst
Straßenklasse und NummerBezeichnet die klassifizierte StraßeB 27, L 123, St 2112, K 45Klassifizierungstafel und Auftragsunterlagen vergleichen
AbschnittBezeichnet einen Teil der Straße zwischen NetzknotenAbschnitt 40Abschnittsangabe vollständig übernehmen
StationEntfernung vom Beginn dieses AbschnittsStation 2,600 kmStationswert ablesen und Standort zwischen zwei Zeichen bestimmen
StationierungsrichtungRichtung der ansteigenden Stationswerte2,600 → 2,800Pfeil, Folgezeichen oder Straßeninformationsbank prüfen

Diese Trennung ist für Verkehrssicherungsarbeiten wichtig. Ein Team kann auf derselben Straße und sogar im selben Abschnitt gleichzeitig eine Fahrtrichtung und eine davon abweichende Stationierungsrichtung haben. Wer beide Begriffe gleichsetzt, kann Anfang und Ende einer Arbeitsstelle vertauschen.

Wie liest man Straßenklasse und Straßennummer richtig?

Der erste Schritt ist nicht die Station, sondern die Straße selbst.

Auf klassifizierten Straßen werden typischerweise Abkürzungen wie A für Autobahn, B für Bundesstraße, L für Landesstraße oder K für Kreisstraße verwendet. Die Bezeichnung der Landesebene ist allerdings nicht überall gleich. Bayern verwendet beispielsweise St für Staatsstraße. Kreisstraßen können ebenfalls landesspezifische oder kreisbezogene Kennzeichnungen tragen.

Deshalb sollte ein Außendienstmitarbeiter niemals nur die Zahl notieren. „27“ ist kein geeigneter Straßenbezug. „B 27“ dagegen benennt Straßenklasse und Straßennummer gemeinsam.

Auch die Darstellung der Stationszeichen ist nicht deutschlandweit identisch. Niedersachsen verwendet beispielsweise Klassifizierungs- und Stationierungstafeln an Vorder- und Rückseiten von Leitpfosten. Dort können außerdem Kreiskennzeichen Bestandteil der Kennzeichnung sein.

Für die Praxis reicht eine einfache Regel: Alles übernehmen, was die amtliche Straßenbezeichnung ausmacht. Abkürzungen sollten nicht eigenmächtig verändert oder aus der Erinnerung ergänzt werden.

Wie findet man den richtigen Abschnitt?

Eine lange Bundes- oder Landesstraße wird nicht als eine einzige durchgehende Strecke behandelt. Das Straßennetz wird in Abschnitte unterteilt, die sich in der Regel aus den verkehrlichen Verknüpfungen mit anderen Straßen ergeben. Netzknoten begrenzen diese Abschnitte.

Das ist im Außendienst entscheidend, weil derselbe Stationswert auf einer Straße mehrfach auftreten kann. Station 1,000 kann beispielsweise in Abschnitt 20, Abschnitt 40 und Abschnitt 60 vorkommen. Erst die Kombination aus Straße, Abschnitt und Station ordnet den Punkt dem richtigen Teil des Straßennetzes zu.

Ein typischer Praxisfehler entsteht, wenn bei einer telefonischen Meldung lediglich „bei Kilometer 1,4“ weitergegeben wird. Das funktioniert nur, wenn alle Beteiligten zufällig denselben Streckenbezug voraussetzen. Für eine spätere Kontrollfahrt oder einen anderen Mitarbeiter ist diese Information deutlich weniger brauchbar.

Besonders aufmerksam sollte man an Kreuzungen, Einmündungen, Kreisverkehren und größeren Anschlussbereichen sein. Dort kann ein neuer Abschnitt beginnen. Auch Umbauten im Straßennetz können Abschnittsstrukturen verändern. Ein älterer Verkehrszeichenplan oder eine alte Fotodokumentation sollte deshalb nicht automatisch als aktueller Netzbezug übernommen werden.

Was bedeutet die Station auf dem Schild?

Die Station gibt die Entfernung vom Beginn des jeweiligen Abschnitts an. Sie startet mit Beginn eines neuen Abschnitts wieder bei Null und steigt entlang der festgelegten Stationierungsrichtung an.

Steht auf einer Stationierungstafel beispielsweise:

Abschnitt 40 – Station 2,600

dann befindet sich dieser Bezugspunkt 2,600 Kilometer hinter dem Anfang des betreffenden Abschnitts in Stationierungsrichtung.

Das ist etwas anderes als eine klassische durchgehende Kilometrierung einer kompletten Straße. Genau hier liegt eine häufige Fehlannahme: Ein Außendienstmitarbeiter liest „2,600“ und behandelt diesen Wert gedanklich als Kilometer 2,6 der gesamten Straße. Tatsächlich gehört die Zahl zum angegebenen Abschnitt.

Auch die Abstände der Stationszeichen sollte man nicht bundesweit voraussetzen. In Brandenburg werden Stationstafeln beispielsweise ungefähr alle 200 Meter beschrieben, während die bayerische Regelung Stationszeichen im Abstand von 500 Metern vorsieht.

Damit ist auch deutlich: Der genaue Arbeitsstellenbeginn liegt keineswegs immer direkt an einem Stationszeichen.

Wie erkennt man die Stationierungsrichtung vor Ort?

Die Stationierungsrichtung ist die Richtung, in der die Stationswerte innerhalb eines Abschnitts ansteigen. Sie ist ein Merkmal des Straßennetzes und nicht automatisch identisch mit der momentanen Fahrtrichtung des Mitarbeiters.

In Niedersachsen zeigt bei den dort verwendeten Stationierungstafeln ein Pfeil die Richtung der aufsteigenden Stationierung an. Ein dokumentiertes Beispiel bezeichnet Station 5,800 als 5,8 Kilometer vom vorhergehenden Netzknoten entfernt.

Ist ein solcher Richtungshinweis nicht vorhanden oder nicht gut erkennbar, hilft ein sehr praktischer Test: zwei aufeinanderfolgende Stationszeichen vergleichen.

Fährt oder geht man vom ersten Zeichen mit Station 2,600 zum nächsten mit Station 2,800, bewegt man sich in Stationierungsrichtung. Folgt dagegen Station 2,400, bewegt man sich gegen Stationierungsrichtung.

Für die Arbeitsunterlagen sollte deshalb nicht lediglich „Richtung Stuttgart“ oder „Richtung Ortsmitte“ dokumentiert werden. Solche Angaben können als zusätzliche Orientierung sinnvoll sein, ersetzen aber nicht den technischen Richtungsbezug.

Warum sollte die Stationierungsrichtung nicht aus der Himmelsrichtung abgeleitet werden?

Weil eine Straße nicht dauerhaft nach Norden, Süden, Osten oder Westen verläuft. Ein Straßenabschnitt kann Kurven, Schleifen, Anschlussstellen oder Fahrbahntrennungen enthalten. Die Stationierungsrichtung bleibt dennoch Bestandteil des Netzmodells.

Noch problematischer wird eine Vermutung bei getrennten Fahrbahnen, Rampen und Ästen. Im zugrunde liegenden Straßenmodell werden Richtungsbezüge ausdrücklich als „in Stationierungsrichtung“ und „gegen Stationierungsrichtung“ behandelt.

Die Aussage „wir fahren nach Norden, also steigen die Stationen“ ist deshalb kein geeignetes Prüfverfahren.

In der Praxis sind drei Methoden sinnvoll: Richtungspfeil auf dem Stationszeichen beachten, mindestens zwei Stationswerte vergleichen oder die zuständige Straßeninformationsbank beziehungsweise ein auf deren Daten basierendes GIS verwenden.

Wie bestimmt man einen Arbeitsstellenpunkt zwischen zwei Stationszeichen?

Eine Arbeitsstelle beginnt selten genau dort, wo ein Leitpfosten mit Stationszeichen steht. Bei einer Besichtigung findet der Bauleiter beispielsweise Station 2,600, fährt weiter und erreicht nach einem Teil der Strecke den vorgesehenen Aufstellbereich.

Dann sollte nicht einfach der nächstgelegene Stationswert als Arbeitsstellenbeginn dokumentiert werden. Sinnvoll ist, den tatsächlichen Punkt aus dem bekannten Stationsbezug abzuleiten und zusätzlich mit einer Geokoordinate zu dokumentieren.

Ein belastbarer Datensatz kann beispielsweise enthalten:

L 123 – Abschnitt 40 – Station ca. 2,720 – in Stationierungsrichtung – rechte Fahrbahnseite – GPS-Koordinate – Foto

Bei Arbeitsstellen, bei denen wenige Meter für Verkehrszeichenplan, Sichtbeziehung, Aufstellfläche, Fahrstreifenführung oder Schutzbereich relevant sind, sollte die Station nicht allein durch grobes Abschätzen bestimmt werden. Dann ist ein digitaler Netzbezug, eine geeignete Vermessungsmethode oder die jeweilige amtliche Straßeninformationsbank die bessere Grundlage.

Die Geokoordinate und die Stationierung konkurrieren dabei nicht miteinander. Sie ergänzen sich: Die Koordinate beschreibt eine Position geometrisch, während Straße, Abschnitt und Station den Punkt in das fachliche Straßennetz einordnen.

Was läuft beim Arbeiten mit Stationszeichen üblicherweise falsch?

Die meisten Probleme entstehen nicht, weil das System kompliziert wäre. Sie entstehen durch kleine Abkürzungen im Arbeitsablauf.

Sehr häufig wird die Abschnittsnummer vergessen. Die Kolonne erhält dann nur Straße und Station. Beim nächsten Einsatz wird der entsprechende Wert auf einem anderen Abschnitt gefunden und die Suche beginnt.

Ein zweites Problem ist die Verwechslung von Fahrtrichtung und Stationierungsrichtung. Besonders bei Kontrollfahrten wird beispielsweise „Aufbau von 1,800 bis 2,400“ dokumentiert, ohne anzugeben, ob die Zahlenfolge tatsächlich der Aufbaurichtung entspricht.

Ein dritter Fehler entsteht durch alte Unterlagen. Straßennetze verändern sich durch Neubauten, neue Kreisverkehre, Umstufungen oder geänderte Knotenstrukturen. Dadurch können Netzbezüge angepasst werden.

Hinzu kommen simple Übertragungsfehler: Abschnitt 120 wird zu 102, Station 0,860 zu 0,680 oder aus einer Landesstraße wird im Auftrag versehentlich eine Kreisstraße.

Erfahrungsgemäß hilft hier kein umfangreiches Formular. Effektiver ist ein kleiner Pflichtdatensatz, der immer in derselben Reihenfolge aufgenommen wird: Straße, Abschnitt, Station, Richtung, Fahrbahnseite, Koordinate, Foto und Zeitpunkt.

Wie sieht ein typischer Anwendungsfall bei einer Besichtigung aus?

Angenommen, eine Kolonne soll für eine geplante Arbeitsstelle auf einer Landesstraße den späteren Aufbau vorbereiten. Im Auftrag steht zunächst nur ein Straßenname mit einer Ortsbeschreibung.

Vor Ort findet der Mitarbeiter ein Stationszeichen. Die Klassifizierungstafel bestätigt beispielhaft L 123. Die Stationierungstafel zeigt Abschnitt 40, Station 2,600.

Am nächsten Zeichen steht Station 2,800. Damit lässt sich die Bewegungsrichtung als Stationierungsrichtung bestimmen. Der geplante Beginn der Absicherung liegt ungefähr zwischen beiden Bezugspunkten.

Jetzt wird nicht nur ein Foto des Straßenraums gemacht. Der Mitarbeiter dokumentiert die Stationsangaben, bestimmt die Position des geplanten Anfangs, speichert die Koordinate und fotografiert beide relevanten Stationszeichen sowie die örtliche Situation.

Bei der späteren Disposition erhält die Kolonne dadurch nicht „Baustelle hinter Kreuzung links“, sondern einen reproduzierbaren Netzbezug. Für die Kontrollfahrt am Abend lässt sich derselbe Standort erneut aufsuchen.

Gerade bei mehreren parallelen Arbeitsstellen auf derselben Straße reduziert dieses Vorgehen Suchfahrten und telefonische Rückfragen.

Welche Checkliste eignet sich für Besichtigung, Aufbau und Kontrolle?

Die Checkliste muss kurz genug sein, um tatsächlich benutzt zu werden.

Besichtigung

  • Straßenklasse und Straßennummer aufnehmen
  • Abschnitt und Station dokumentieren
  • Stationierungsrichtung bestimmen
  • Koordinate und Fotos speichern
  • geplanten Anfang und geplantes Ende der Arbeitsstelle zuordnen

Aufbau

  • Auftragsdaten mit Stationsbezug vor Ort vergleichen
  • richtige Fahrbahnseite und Richtung prüfen
  • Anfangs- und Endpunkt der Absicherung dokumentieren
  • Abweichungen vom vorgesehenen Aufbau erfassen

Kontrolle

  • kontrollierten Abschnitt mit Stationen dokumentieren
  • Fahrtrichtung beziehungsweise Stationierungsbezug angeben
  • Fotos mit Zeitstempel und Standortbezug speichern
  • Änderungen oder Mängel dem konkreten Straßenpunkt zuordnen

Wie kann die Stationierung Teil eines digitalen Arbeitsablaufs werden?

Der größte Nutzen entsteht, wenn der Stationsbezug nicht nur in einem Freitextfeld landet.

Ein digitaler Auftrag kann Straße, Abschnitt, Station von, Station bis, Stationierungsrichtung, Fahrbahnseite und Koordinaten als getrennte Felder führen. Aus demselben Datensatz lassen sich dann Disposition, mobile Auftragsansicht, Kontrollfahrt, Fotodokumentation und spätere Suche speisen.

Das ist insbesondere für mittelständische Verkehrssicherungsbetriebe interessant. Viele Informationen entstehen heute mehrfach: Der Bauleiter schreibt den Einsatzort in eine E-Mail, die Disposition überträgt ihn in eine Software, die Kolonne erhält eine PDF-Datei und der Kontrolleur legt später einen separaten Bericht an. Jeder Medienwechsel eröffnet Raum für Zahlendreher oder verkürzte Ortsangaben.

Ein strukturierter Stationsbezug macht dagegen aus dem Einsatzort ein wiederverwendbares Datenobjekt.

Dabei sollte ein digitales System immer die Möglichkeit behalten, Originalangaben und spätere Korrekturen nachvollziehbar voneinander zu unterscheiden. Gerade bei Daten aus externen Straßeninformationsbanken sind Datenstand und Herkunft relevant. Amtliche Straßendaten werden regelmäßig fortgeführt, sind aber nicht automatisch mit jeder Veränderung in der Örtlichkeit zeitgleich aktualisiert.

Warum ersetzt ein GPS-Punkt das Stationszeichen nicht vollständig?

Ein GPS-Punkt ist für Navigation und Kartenanzeige sehr hilfreich. Er beantwortet jedoch nicht automatisch die fachlichen Fragen eines Straßenbetriebs: Auf welchem Abschnitt liegt der Punkt? Welche Station gehört dazu? Welche Stationierungsrichtung gilt? Welcher Ast oder welche Fahrbahn ist gemeint?

Umgekehrt ist auch eine Station allein für viele digitale Anwendungen nicht optimal. Mobile Navigation, Kartendarstellung und Fotogeoreferenzierung arbeiten einfacher mit Koordinaten.

Die praktische Lösung ist daher die Kombination beider Systeme. Straße, Abschnitt und Station bilden den fachlichen Straßenbezug; Koordinaten bilden den geometrischen Bezug.

Für ein digitales Betriebssystem eines Verkehrssicherungsunternehmens ist diese Verbindung besonders wertvoll. Ein Auftrag kann dadurch sowohl auf einer Karte dargestellt als auch mit den in Straßenbauverwaltung und Verkehrszeichenplanung verwendeten Bezugsdaten verknüpft werden.

Was sollte man bei Ortsdurchfahrten, Rampen und getrennten Fahrbahnen beachten?

Ortsdurchfahrten sind ein gutes Beispiel dafür, warum die Beschilderung vor Ort nicht immer gleich aussieht. In Niedersachsen kann bei Ortsdurchfahrten anstelle einer Abschnittsnummer beispielsweise „OD“ auf der Stationierungstafel erscheinen. Da dort häufig keine Leitpfosten vorhanden sind, können Stationszeichen auch an anderen Einrichtungen wie Laternenmasten angebracht werden.

Bei Rampen, Anschlussstellen und getrennten Fahrbahnen sollte der Mitarbeiter zusätzlich prüfen, ob der vorliegende Netzbezug tatsächlich zur benutzten Fahrbahn beziehungsweise zum richtigen Ast gehört.

Wer hier ausschließlich nach Straßennummer und ungefährer Position arbeitet, kann bei komplexen Anschlussstellen auf dem falschen Netzobjekt landen.

Für solche Situationen ist die Kombination aus amtlichem Netzbezug, Karte und Position vor Ort wesentlich belastbarer als eine Ortsbeschreibung allein.


Was ist ein Stationszeichen?

Ein Stationszeichen kennzeichnet einen bestimmten Punkt im klassifizierten Straßennetz. Typischerweise enthält beziehungsweise ergänzt es Angaben zu Straße, Abschnitt und Station. Für Verkehrssicherungsbetriebe dient es als reproduzierbarer Standortbezug für Besichtigung, Aufbau, Kontrolle und Dokumentation. Die konkrete Gestaltung und Anbringung kann sich zwischen den Bundesländern unterscheiden.

Was bedeutet die Station auf einem Stationszeichen?

Die Station beschreibt, wie weit ein Punkt vom Anfang des betreffenden Straßenabschnitts entfernt ist. Beginnt ein neuer Abschnitt, beginnt grundsätzlich auch dessen Stationierung wieder am Abschnittsanfang. Deshalb darf der Stationswert nicht ohne Abschnittsnummer verwendet werden. Erst Straße, Abschnitt und Station bilden gemeinsam einen belastbaren Bezug.

Ist die Stationierungsrichtung dasselbe wie die Fahrtrichtung?

Nein. Die Stationierungsrichtung ist die im Straßennetz festgelegte Richtung, in der die Stationswerte ansteigen. Ein Fahrzeug kann in Stationierungsrichtung oder entgegen dieser Richtung fahren. Für Aufbau- und Kontrollprotokolle sollten Fahrtrichtung und Stationierungsbezug deshalb getrennt dokumentiert werden, wenn beide Angaben für den Auftrag relevant sind.

Warum beginnt die Stationierung bei einem neuen Abschnitt wieder bei Null?

Durch die abschnittsweise Stationierung bleiben Veränderungen im Straßennetz auf einen begrenzten Bereich beschränkt. Wird beispielsweise ein Knoten verändert oder ein neuer Abschnitt gebildet, muss nicht zwangsläufig die Kilometrierung einer gesamten Straße angepasst werden. Dieses Prinzip erleichtert die Verwaltung straßenbezogener Informationen und die langfristige Pflege der Netzdaten.

Wie finde ich einen Arbeitsstellenbeginn zwischen zwei Stationszeichen?

Zunächst werden die beiden benachbarten Stationswerte und die Stationierungsrichtung bestimmt. Anschließend lässt sich der Punkt zwischen den Zeichen anhand der tatsächlichen Entfernung zuordnen. Für eine betriebliche Dokumentation sollte zusätzlich eine Geokoordinate gespeichert werden. Bei maßgeblichen Aufstellpunkten ist eine geeignete digitale oder vermessungstechnische Positionsbestimmung einer groben Schätzung vorzuziehen.

Was sollte ich tun, wenn kein Stationszeichen vorhanden ist?

Dann sollte der Straßenpunkt mit der zuständigen Straßeninformationsbank oder einer geeigneten digitalen Netzkarte geprüft werden. Zusätzlich sind Koordinate, Fahrbahnseite, Richtung und aussagekräftige Fotos hilfreich. Der nächstgelegene bekannte Stationsbezug kann als Referenz dienen. Eine erfundene oder lediglich geschätzte Abschnittsnummer sollte dagegen nicht in die Auftragsdokumentation übernommen werden.

Warum reicht eine GPS-Koordinate für Verkehrssicherungsarbeiten nicht immer aus?

Eine Koordinate zeigt die geometrische Position, enthält aber nicht automatisch Abschnitt, Station, Stationierungsrichtung oder den fachlichen Bezug zu einem bestimmten Straßenast. Gerade bei Anschlussstellen und parallelen Fahrbahnen kann das relevant sein. Sinnvoll ist deshalb, Koordinaten gemeinsam mit dem amtlichen Straßenbezug zu speichern und beide Angaben im Auftrag miteinander zu verknüpfen.

Was ist bei Stationszeichen in Ortsdurchfahrten zu beachten?

In Ortsdurchfahrten fehlen häufig die typischen Leitpfosten des Außerortsbereichs. Stationskennzeichnungen können deshalb anders angebracht oder beschriftet sein. Niedersachsen verwendet beispielsweise auch die Kennzeichnung „OD“. Außendienstteams sollten nicht allein nach dem gewohnten Schildbild suchen, sondern bei Bedarf zusätzlich die Straßeninformationsbank des betreffenden Landes heranziehen.

Was ist bei Rampen und getrennten Fahrbahnen besonders wichtig?

Bei Anschlussstellen, Rampen und getrennten Fahrbahnen muss geprüft werden, ob der Stationsbezug tatsächlich zum richtigen Ast beziehungsweise zur richtigen Fahrbahn gehört. Eine Koordinate allein kann bei dicht nebeneinanderliegenden Netzteilen missverständlich sein. Richtung, Fahrbahnseite, Abschnitt, Station und eine Kartendarstellung sollten deshalb gemeinsam betrachtet und dokumentiert werden.

Welche Angaben gehören in die Dokumentation einer Kontrollfahrt?

Mindestens sinnvoll sind Straße, Abschnitt, Station beziehungsweise Stationsbereich, Richtung, Fahrbahnseite, Zeitpunkt und Fotodokumentation. Zusätzlich sollte der konkrete kontrollierte Zustand oder Mangel beschrieben werden. Werden diese Angaben strukturiert gespeichert, können spätere Kontrollen demselben Straßenbereich zugeordnet und Veränderungen über mehrere Kontrollzeitpunkte hinweg leichter nachvollzogen werden.

Quellen der verwendeten Kennzahlen

Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg – Straßeninformationsbank Brandenburg
Stationszeichen beziehungsweise Stationstafeln werden dort mit einem Abstand von ungefähr 200 Metern beschrieben.
https://www.ls.brandenburg.de/ls/de/service/strasseninformationsbank-brandenburg/

Bayerische Staatskanzlei – Bürgerservice Bayern
Die bayerische Regelung beschreibt Stationszeichen im Abstand von 500 Metern am rechten Fahrbahnrand.
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayVV_97842

Interessante Links

Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – Stationszeichen
https://www.strassenbau.niedersachsen.de/startseite/aufgaben/strassenunterhaltung_und_strassenbetrieb/stationszeichen/stationszeichen-78417.html

Bayerisches Straßeninformationssystem BAYSIS – Straßeninformationen
https://www.baysis.bayern.de/internet/strasseninformationen/index.html

OKSTRA – Objektkatalog für das Straßen- und Verkehrswesen
https://www.okstra.de/html/1014/S_Strassennetz.html