KI bei Arbeitsstellen an Straßen: Planung und Dokumentation

KI bei Arbeitsstellen an Straßen kann Betriebs-, Planungs- und Dokumentationsprozesse verbinden, wenn Auftragsdaten, Verkehrszeichenplan, Ressourcen, Kontrollfahrten und Änderungen in einem gemeinsamen Prozess geführt werden. Besonders wertvoll ist die Unterstützung bei Vollständigkeitsprüfungen, Disposition, Nachweisen und der Vorbereitung wiederkehrender Arbeitsschritte. Sicherheitsrelevante Entscheidungen, verkehrsrechtliche Anordnungen und fachliche Freigaben bleiben dennoch Aufgabe qualifizierter Verantwortlicher.

Warum geraten temporäre Verkehrsmaßnahmen operativ so schnell unter Druck?

Eine Arbeitsstelle an einer Straße sieht auf dem Papier oft überschaubar aus: Auftrag erfassen, Verkehrszeichenplan vorbereiten, verkehrsrechtliche Anordnung einholen, Material disponieren, Kolonne einteilen, Absicherung aufbauen, kontrollieren und nach Abschluss wieder abbauen. Im Betriebsalltag eines Verkehrssicherungsunternehmens liegt die Schwierigkeit allerdings selten in einem einzelnen dieser Schritte. Sie entsteht an den Übergängen.

Der Auftraggeber verschiebt den Baubeginn. Eine Aufgrabung dauert länger. Die Straßenverkehrsbehörde versieht den eingereichten Verkehrszeichenplan mit Änderungen. Eine Lichtsignalanlage wird zusätzlich benötigt. Das vorgesehene Sicherungsfahrzeug fällt aus. Ein Mitarbeiter mit passender Qualifikation ist bereits einem anderen Einsatz zugeordnet. Aus einer geplanten Maßnahme wird kurzfristig eine Eilabsperrung. Gleichzeitig laufen weitere Arbeitsstellen kürzerer und längerer Dauer.

Genau deshalb ist Verkehrssicherung nicht nur eine Frage von Verkehrszeichen, Leitbaken oder mobilen Absperrtafeln. Sie ist auch Informationslogistik.

Für Arbeiten, die sich auf den Straßenverkehr auswirken, ist vor Beginn grundsätzlich eine verkehrsrechtliche Anordnung erforderlich. Der Antrag kann unter anderem Angaben zu Lage und Zeitraum sowie einen Verkehrszeichenplan beziehungsweise bei geeigneten Fällen einen bemaßten Lageplan enthalten. Gleichzeitig verlangt der Arbeitsschutz, dass Straßenbaustellen so geplant und eingerichtet werden, dass Gefährdungen durch den fließenden Verkehr möglichst vermieden beziehungsweise reduziert werden.

Damit treffen verkehrsrechtliche Anforderungen, Arbeitsschutz, betriebliche Disposition und praktische Ausführung in einem Auftrag zusammen. Ein digitales System muss diese Zusammenhänge abbilden, statt lediglich vorhandene Papierformulare durch Bildschirmmasken zu ersetzen.

KI für Verkehrssicherung von KrambergAI

Verkehrssicherungsanfragen strukturierter vorbereiten

KrambergAI unterstützt Unternehmen der Verkehrssicherung dabei, Anfragen, Einsatzorte, Pläne, Auflagen, Fotos und Abstimmungen mit KI besser zu erfassen und für das Team nutzbar zu machen.

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Wie verbindet KI Planung, Disposition und Ausführung?

Der interessanteste Einsatz von KI beginnt nicht mit einem Chatfenster. Er beginnt mit strukturierten Daten.

Zu einem Auftrag gehören beispielsweise Auftragsnummer, Kunde, Ansprechpartner, Einsatzort, Netzknoten oder Kilometrierung, Zeitraum, Art der Arbeitsstelle, Verkehrszeichenplan, verkehrsrechtliche Anordnung, Verantwortlicher, Kolonne, Fahrzeuge, Sicherungsmaterial, Lichtsignalanlagen, mobile Absperrtafeln, Kontrollintervalle, Dokumente und besondere Vorgaben.

Sind diese Informationen lediglich über E-Mails, Excel-Listen, PDF-Dateien, Messenger-Nachrichten und handschriftliche Notizen verteilt, kennt kein System den tatsächlichen Zusammenhang. Eine KI kann dann zwar Text formulieren, besitzt aber keine belastbare Grundlage für operative Unterstützung.

Anders sieht es aus, wenn ein Auftrag als zusammenhängendes digitales Objekt geführt wird. Dann kann die Software beispielsweise feststellen, dass für Dienstag dieselbe Kolonne zwei parallelen Arbeitsstellen zugeordnet wurde, dass für einen Einsatz eine benötigte Qualifikation fehlt oder dass eine Verkehrszeichenanordnung zeitlich nicht zum geplanten Einsatzzeitraum passt.

KI übernimmt dabei nicht die Entscheidung. Sie reduziert Sucharbeit und weist auf Sachverhalte hin, die ein Disponent, Projektleiter oder Verantwortlicher anschließend bewertet.

Das wird zunehmend relevant. Im Mai 2026 nutzten bereits 54,5 Prozent der befragten deutschen Unternehmen KI in Geschäftsprozessen. Im Bauhauptgewerbe lag der Anteil bei 39,8 Prozent. Der Einsatz bewegt sich damit auch in baunahen Branchen zunehmend von Einzelwerkzeugen in Richtung betrieblicher Prozesse.

Wo kann KI bei Verkehrszeichenplan und Anordnung unterstützen?

Der Verkehrszeichenplan ist kein beliebiges Projektdokument. Er beschreibt die vorgesehene Verkehrsführung und bildet zusammen mit der behördlichen Anordnung eine wesentliche Grundlage für die Einrichtung der Arbeitsstelle.

KI eignet sich hier insbesondere für vorbereitende Prüfungen.

Ein System kann beispielsweise vorhandene Auftragsinformationen mit definierten betrieblichen Regeln abgleichen: Ist der Einsatzort vollständig hinterlegt? Stimmen beantragter Zeitraum und Auftragszeitraum überein? Wurde die zuständige Behörde hinterlegt? Liegt ein Verkehrszeichenplan vor? Gibt es eine aktuelle Version der Anordnung? Wurden geforderte Auflagen in die Einsatzinformationen übernommen? Sind Verantwortliche und Erreichbarkeiten dokumentiert?

Auch Änderungen lassen sich wesentlich besser behandeln, wenn Dokumentversionen nicht nur in einem Dateiordner gespeichert werden. Wird eine neue Anordnung hochgeladen, kann ein System Unterschiede zur vorherigen Version herausarbeiten und betroffene Einsatzinformationen markieren. Denkbar sind Hinweise auf veränderte Zeiträume, zusätzliche Verkehrszeichen, andere Verkehrsführungen oder neue Nebenbestimmungen.

Die fachliche Beurteilung darf daraus nicht verschwinden. Ein KI-System sollte weder einen nicht passenden Regelplan eigenmächtig auswählen noch einen Verkehrszeichenplan als regelkonform freigeben oder eine behördliche Entscheidung simulieren.

In der Praxis ist gerade diese Trennung wichtig: KI als Prüf-, Such- und Assistenzschicht; fachliche und rechtliche Verantwortung beim zuständigen Menschen.

Wie verändert ein gemeinsamer Auftragsdatensatz die Disposition?

In vielen Verkehrssicherungsbetrieben wird Personal in einer Liste disponiert, Material in einer zweiten Anwendung verwaltet, Fahrzeuge stehen in einem Kalender und die Projektunterlagen befinden sich auf einem Netzlaufwerk. Jedes dieser Systeme kann für sich funktionieren. Das Problem zeigt sich, sobald eine kurzfristige Änderung mehrere Bereiche betrifft.

Fällt ein Mitarbeiter aus, genügt es nicht, irgendeinen verfügbaren Kollegen einzusetzen. Die Qualifikation muss zum Auftrag passen. Das vorgesehene Fahrzeug darf nicht bereits disponiert sein. Benötigtes Material muss verfügbar sein. Fahrzeiten zwischen Einsatzorten müssen berücksichtigt werden. Bei einer Lichtsignalanlage können zusätzliche Anforderungen hinzukommen.

Aus einer einfachen Personalplanung wird damit eine Ressourcenplanung mit Abhängigkeiten.

Ein KI-gestütztes Betriebssystem kann diese Abhängigkeiten auswerten und Alternativen vorbereiten. Statt nur „Mitarbeiter nicht verfügbar“ anzuzeigen, könnte es verfügbare Mitarbeiter mit passender Qualifikation und ohne zeitliche Überschneidung ermitteln. Statt „Fahrzeug fehlt“ könnte es geeignete Fahrzeuge mit Standort, Verfügbarkeit und Wartungsstatus gegenüberstellen.

Besonders bei Eilaufträgen ist das nützlich. Der Disponent bekommt nicht lediglich mehr Daten, sondern eine kleinere Menge tatsächlich relevanter Handlungsoptionen.

Wie unterscheiden sich klassische und KI-gestützte Abläufe?

ProzessschrittHäufiger klassischer AblaufKI-gestützter digitaler Ablauf
AuftragserfassungInformationen aus E-Mail, Telefon und Formular werden manuell übertragenAuftrag wird strukturiert angelegt, Inhalte aus Dokumenten können vorbereitet übernommen werden
PlanungMitarbeiter prüft Unterlagen und mehrere Datenquellen einzelnSystem prüft Vollständigkeit, Abhängigkeiten und definierte Regeln
DispositionPersonal, Fahrzeuge und Material werden getrennt geplantRessourcen werden auf Verfügbarkeit, Überschneidungen und Anforderungen geprüft
ÄnderungNeue Informationen werden telefonisch oder per E-Mail verteiltÄnderung wird am Auftrag versioniert und betroffenen Beteiligten zugeordnet
EinrichtungKolonne arbeitet mit ausgedruckten oder lokal gespeicherten UnterlagenAktueller Einsatzstand steht mobil auftragsbezogen zur Verfügung
KontrollfahrtFotos, Notizen und Fahrtnachweise werden nachträglich zusammengeführtRoute, Zeit, Fotos und Feststellungen werden direkt dem Auftrag zugeordnet
AbschlussDokumentation wird aus mehreren Quellen zusammengestelltAuftragsdaten bilden die Grundlage für Protokoll und Abschlussdokumentation

Der entscheidende Unterschied liegt also nicht darin, dass KI einen bestehenden Prozess schneller anklickt. Der größere Effekt entsteht, wenn Zusammenhänge zwischen Informationen maschinell nutzbar werden.

Wie kann KI Kontrollfahrten und Dokumentation unterstützen?

Die Dokumentation einer Verkehrssicherungsmaßnahme entsteht nicht erst am Projektende. Sie beginnt bereits bei der Planung und setzt sich über Einrichtung, Kontrollen, Änderungen, Störungen und Abbau fort.

Gerade Kontrollfahrten eignen sich für einen durchgängigen mobilen Prozess. Ein Mitarbeiter öffnet den zugeordneten Auftrag auf dem Smartphone, startet die Kontrolle, dokumentiert Feststellungen mit Foto und Kommentar und beendet die Fahrt. Zeitpunkt, Auftrag und gegebenenfalls Position können automatisch zugeordnet werden. Die Informationen müssen anschließend nicht erneut aus Messenger-Nachrichten oder Kamerabildern zusammengesucht werden.

KI kann diese Daten anschließend unterstützen auswerten. Sie kann beispielsweise Fotos einer Kontrollfahrt nach möglichen Auffälligkeiten vorsortieren, aus Notizen einen Berichtsentwurf erstellen oder wiederkehrende Mangelbeschreibungen vereinheitlichen. Sie kann außerdem erkennen, dass ein dokumentierter Mangel noch keinen Bearbeitungsstatus erhalten hat.

Dabei sollte zwischen Dokumentation und Bewertung unterschieden werden. Ob eine vorhandene Sicherung den Anforderungen des konkreten Einzelfalls entspricht, bleibt eine fachliche Frage.

Wie anspruchsvoll die Bewertung von Arbeitsstellen sein kann, zeigt auch die Forschung: Eine umfangreiche Untersuchung zum Verkehrsablauf und Unfallgeschehen bezog Daten aus mehr als 21.000 Arbeitsstellen kürzerer Dauer ein und betrachtete unterschiedliche Verkehrsführungen sowie Bereiche innerhalb der Arbeitsstellen. Das spricht gegen vereinfachte Universalregeln und für Systeme, die konkrete Randbedingungen berücksichtigen.

Was passiert, wenn sich eine laufende Arbeitsstelle verändert?

Eine der unterschätzten Funktionen digitaler Verkehrssicherung ist ein belastbarer Änderungsverlauf.

Temporäre Verkehrsmaßnahmen sind ihrem Wesen nach dynamisch. Termine verschieben sich, Bauabschnitte wechseln, eine Verkehrsführung wird angepasst, Material wird ersetzt oder eine Behörde erteilt eine ergänzende Vorgabe. Häufig entsteht das eigentliche Risiko nicht durch die Änderung selbst, sondern dadurch, dass unterschiedliche Beteiligte anschließend mit verschiedenen Informationsständen arbeiten.

Deshalb sollte jede relevante Änderung einen Bezug zum Auftrag besitzen: Wer hat sie eingetragen? Wann? Was wurde verändert? Welche Version ist aktuell? Welche Mitarbeiter oder Kolonnen sind betroffen? Muss eine neue Einsatzinformation ausgegeben werden?

Eine KI kann bei der Einordnung helfen. Wird beispielsweise das Enddatum einer Maßnahme verlängert, kann sie prüfen, welche Ressourcen dadurch in einen Konflikt geraten. Wird ein Dokument ersetzt, kann sie nach abhängigen Aufgaben suchen. Wird der Einsatzort geändert, können Fahrzeiten oder Materialbereitstellungen betroffen sein.

So wird aus Dokumentenmanagement tatsächliches Betriebsmanagement.

Was läuft bei Digitalisierungsprojekten in der Verkehrssicherung häufig falsch?

Ein typischer Fehler besteht darin, zuerst eine KI-Funktion auszuwählen und erst danach nach einem passenden Prozess zu suchen. Ein Chatbot oder Dokumentengenerator wirkt in einer Demonstration eindrucksvoll, beseitigt aber keine doppelte Fahrzeugbelegung und weiß nicht automatisch, welcher Auftrag morgen ohne gültige Unterlagen startet.

Der zweite Fehler ist die Digitalisierung schlechter Abläufe. Werden fünf Excel-Listen lediglich in fünf digitale Masken übertragen, bleiben fünf voneinander getrennte Informationsbestände bestehen.

Problematisch ist außerdem ein zu großer Projektumfang. Wer gleichzeitig CRM, Warenwirtschaft, Disposition, Zeiterfassung, Finanzbuchhaltung, Dokumentenmanagement und autonome Einsatzplanung ersetzen möchte, produziert schnell ein jahrelanges IT-Projekt.

Erfolgreicher ist in der Praxis meist ein schrittweiser Einstieg. Zuerst werden Aufträge und Ressourcen verbunden. Danach folgen Konfliktregeln, Dokumentation und mobile Nutzung. Anschließend können KI-Funktionen auf diesen Daten aufbauen.

Diese Reihenfolge passt auch zur allgemeinen Entwicklung im Mittelstand. Nur 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen hatten zuletzt abgeschlossene Digitalisierungsvorhaben durchgeführt. Digitalisierung ist somit keineswegs überall ein abgeschlossener Zustand, auf den KI einfach aufgesetzt werden kann.

Welche KI-Anwendungsfälle bringen mittelständischen Verkehrssicherern zuerst Nutzen?

Besonders attraktiv sind Anwendungen, bei denen regelmäßig Informationen gesucht, verglichen oder mehrfach übertragen werden müssen.

Dazu gehören die automatische Aufbereitung eingehender Auftragsinformationen, Prüfungen auf fehlende Dokumente, Konflikterkennung bei Personal und Fahrzeugen, Unterstützung bei Materialdisposition, mobile Einsatzinformationen, strukturierte Kontrollfahrten, Fotodokumentation, Berichtsentwürfe sowie die Suche in eigenen Aufträgen und Unterlagen.

Ein Projektleiter könnte dann beispielsweise fragen: Welche Arbeitsstellen beginnen morgen? Bei welchen fehlt noch eine Anordnung? Welche Kontrollfahrten sind fällig? Wo ist dasselbe Fahrzeug parallel eingeplant? Welche Projekte eines bestimmten Auftraggebers laufen aktuell?

Die Antworten entstehen nicht aus allgemeinem KI-Wissen, sondern aus den eigenen betrieblichen Daten.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen einem allgemeinen Sprachmodell und einem branchenspezifischen Assistenzsystem.

Wie sollte ein mittelständisches Unternehmen den Einstieg organisieren?

Für mittelständische Verkehrssicherungsunternehmen ist selten eine vollständige Systemablösung am ersten Tag sinnvoll. Ein paralleler Einstieg reduziert das betriebliche Risiko.

Zunächst sollten die zentralen Objekte definiert werden: Auftrag, Mitarbeiter, Fahrzeug, Material, Kunde, Dokument und Aufgabe. Danach werden die wichtigsten Beziehungen modelliert. Welcher Mitarbeiter gehört zu welchem Auftrag? Welches Fahrzeug wird benötigt? Welche Unterlagen müssen vor Einsatzbeginn vorhanden sein? Welche Qualifikation verlangt die jeweilige Tätigkeit?

Im nächsten Schritt werden Regeln ergänzt. Doppelbelegungen, fehlende Dokumente, ablaufende Nachweise oder nicht zugeordnetes Material sind dafür gute Kandidaten.

Erst auf dieser Basis sollte KI stärker eingebunden werden: Dokumente auslesen, Informationen zusammenfassen, Abweichungen erkennen, Alternativen vorbereiten und natürlichsprachliche Abfragen ermöglichen.

So entsteht kein isoliertes KI-Werkzeug, sondern ein System, das den tatsächlichen Betriebsablauf kennt.

Für Verkehrssicherungsunternehmen ist genau das der interessante Entwicklungsschritt: weg von verstreuten Informationen und hin zu einem digitalen Betriebsmodell, in dem Planung, Durchführung und Dokumentation miteinander verbunden sind.

Kann KI eine verkehrsrechtliche Anordnung automatisch erstellen?

KI kann Informationen für einen Antrag strukturieren, vorhandene Angaben auf Vollständigkeit prüfen und Entwürfe vorbereiten. Die verkehrsrechtliche Anordnung selbst wird jedoch von der zuständigen Behörde erlassen. Für Unternehmen sollte KI deshalb als Assistenz bei Vorbereitung, Dokumentenmanagement und Prozessüberwachung eingesetzt werden und nicht als Ersatz für behördliche oder fachliche Entscheidungen.

Kann KI einen Verkehrszeichenplan automatisch auswählen?

Ein System kann Regelpläne, vorhandene Verkehrszeichenpläne und hinterlegte Randbedingungen durchsuchen und einem Fachverantwortlichen mögliche Ausgangspunkte anbieten. Die tatsächliche Verkehrssituation muss jedoch berücksichtigt werden. Straßenquerschnitt, Fuß- und Radverkehr, Sichtverhältnisse, Bauverfahren, Verkehrsaufkommen und behördliche Vorgaben können eine individuelle Planung erforderlich machen. Eine automatische Auswahl ohne fachliche Prüfung wäre daher ungeeignet.

Wie unterstützt KI die Disposition von Mitarbeitern und Fahrzeugen?

KI kann Verfügbarkeiten, Einsatzzeiten, Qualifikationen, Standorte und vorhandene Zuordnungen miteinander vergleichen. Dadurch lassen sich Doppelbelegungen oder ungeeignete Kombinationen früher erkennen. Bei einem Ausfall kann das System passende Alternativen vorbereiten. Der Disponent behält die Entscheidung und kann zusätzliche betriebliche Faktoren berücksichtigen, die nicht vollständig in den Stammdaten enthalten sind.

Welche Daten benötigt ein KI-System für Verkehrssicherung?

Benötigt werden vor allem strukturierte Betriebsdaten: Aufträge, Einsatzorte, Zeiträume, Mitarbeiter, Qualifikationen, Fahrzeuge, Material, Dokumente, Aufgaben und Statusinformationen. Hinzu kommen Verkehrszeichenpläne, Anordnungen und Kontrollnachweise. Je besser diese Informationen einem Auftrag zugeordnet und gepflegt werden, desto sinnvoller kann ein Assistenzsystem Zusammenhänge erkennen und bei täglichen Entscheidungen unterstützen.

Wie kann KI bei Kontrollfahrten eingesetzt werden?

Kontrollfahrten können mobil einem Auftrag zugeordnet und mit Zeitstempel, Position, Fotos, Notizen und Feststellungen dokumentiert werden. KI kann daraus Berichtsentwürfe erstellen, Mängeltexte strukturieren oder offene Feststellungen identifizieren. Entscheidend bleibt, dass der Mitarbeiter die tatsächliche Situation vor Ort beurteilt und sicherheitsrelevante Feststellungen nicht ausschließlich durch ein automatisiertes Modell bewertet werden.

Können Fotos von Arbeitsstellen automatisch ausgewertet werden?

Bilderkennung kann Fotos vorsortieren, Objekte erfassen oder potenzielle Abweichungen für eine weitere Prüfung markieren. Das kann insbesondere bei großen Mengen an Kontrollfotos Zeit sparen. Eine solche Analyse ersetzt jedoch keine fachkundige Kontrolle der Arbeitsstelle. Perspektive, Wetter, verdeckte Elemente oder besondere örtliche Bedingungen können dazu führen, dass ein Foto allein keine ausreichende Bewertungsgrundlage bietet.

Wie hilft KI bei kurzfristigen Eilaufträgen?

Bei Eilaufträgen liegt der Nutzen vor allem in der schnellen Zusammenführung vorhandener Informationen. Das System kann verfügbare Mitarbeiter, Fahrzeuge und Material ermitteln, notwendige Dokumente anzeigen und mögliche Konflikte markieren. Dadurch erhält die Disposition innerhalb kurzer Zeit eine brauchbare Entscheidungsgrundlage, ohne mehrere Listen, Kalender und Dateiablagen einzeln durchsuchen zu müssen.

Ist KI für kleinere und mittlere Verkehrssicherungsunternehmen sinnvoll?

Gerade mittelständische Betriebe können profitieren, weil Disponenten und Projektleiter häufig viele operative Aufgaben gleichzeitig bearbeiten. Voraussetzung ist jedoch kein maximal großes KI-Projekt. Sinnvoller sind begrenzte Anwendungsfälle mit messbarem Nutzen, etwa Auftragsübersicht, Konfliktprüfung, Dokumentensuche oder Kontrollfahrten. Danach kann das System auf Grundlage der tatsächlichen Nutzung schrittweise erweitert werden.

Muss bestehende Software für eine KI-Lösung ersetzt werden?

Nicht zwingend. Häufig ist ein schrittweiser Ansatz sinnvoller. Bestehende ERP-, Buchhaltungs-, Planungs- oder Dokumentensysteme können zunächst weiter betrieben und über Schnittstellen oder definierte Datenimporte angebunden werden. Entscheidend ist, welche Informationen für den operativen Prozess benötigt werden und welches System langfristig die führende Datenquelle für den jeweiligen Informationsbereich sein soll.

Wo liegen die Grenzen von KI bei Arbeitsstellen an Straßen?

Grenzen bestehen insbesondere bei sicherheitsrelevanten und hoheitlichen Entscheidungen. KI kann Informationen verarbeiten, Muster suchen, Konflikte markieren und Vorschläge vorbereiten. Sie kennt jedoch nicht automatisch sämtliche örtlichen Besonderheiten einer Arbeitsstelle. Verantwortliche müssen Ergebnisse deshalb fachlich prüfen. Das System sollte nachvollziehbar dokumentieren, welche Daten und Regeln einem Hinweis zugrunde liegen und wer anschließend entschieden hat.

Quellen zu den verwendeten Kennzahlen

ifo Institut – Mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt Künstliche Intelligenz
54,5 Prozent KI-Nutzung in deutschen Unternehmen; 39,8 Prozent im Bauhauptgewerbe.
URL: https://www.ifo.de/fakten/2026-06-05/mehr-als-die-haelfte-der-unternehmen-nutzt-kuenstliche-intelligenz

KfW Research – KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025
30 Prozent der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben.
URL: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_891136.html

Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen – Verkehrsablauf und Verkehrssicherheit an Arbeitsstellen auf Autobahnen unter unterschiedlichen Randbedingungen
Untersuchung mit Daten aus mehr als 21.000 Arbeitsstellen kürzerer Dauer.
URL: https://www.nw-verlag.de/bast/verkehrstechnik/verkehrsablauf-und-an-arbeitsstellen-auf-autobahnen-unter-unterschiedlichen-randbedingungen.html

Interessante Links

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin – ASR A5.2: Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege auf Baustellen im Grenzbereich zum Straßenverkehr
URL: https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/ASR/ASR-A5-2

BG BAU – Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen
URL: https://www.bgbau-medien.de/app/daten/bausteine/a_008/a_008.htm

Bundesportal – Verkehrsrechtliche Anordnung für Baustellen und Baumaßnahmen beantragen
URL: https://verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99012099088000