Company Brain für Gerüstbau: Warum Gerüstbaubetriebe ihr Wissen besser sichern müssen

Ein Company Brain für Gerüstbau in Deutschland macht Montagewissen, Gefährdungsbeurteilungen, Prüfprotokolle, Gerüstfreigaben, VOB-Logik, Materialerfahrung, Baustellenauflagen und Regelwerke zentral nutzbar. Gerade bei BetrSichV, TRBS 2121 Teil 1, DGUV Vorschrift 38, DGUV Information 201-011 und DIN EN 12811 entstehen viele operative Pflichten. Für mittelständische Gerüstbauer bedeutet das: weniger Suchaufwand, klarere Abläufe, bessere Dokumentation und weniger Abhängigkeit von einzelnen Wissensträgern.

Warum braucht der Gerüstbau ein eigenes Company Brain?

Gerüstbau ist eine Branche, in der Wissen sehr direkt mit Sicherheit, Haftung, Terminen und Wirtschaftlichkeit verbunden ist. Ein Gerüst steht nicht einfach „irgendwie“. Es muss geplant, beurteilt, aufgebaut, geprüft, freigegeben, genutzt, geändert, kontrolliert und wieder abgebaut werden. Dazwischen ändern sich Baustellenzustände, Gewerke greifen ein, Wetter kommt hinzu, Nutzer hängen Planen an, Zugänge werden verstellt, Verkehrsflächen werden betroffen und der Auftraggeber erwartet trotzdem, dass alles dokumentiert, sicher und abrechenbar bleibt.

In vielen Betrieben ist genau dieses Wissen verteilt. Der erfahrene Kolonnenführer weiß, welche Fassade schwierig wird. Der Bauleiter weiß, welcher Auftraggeber bei Aufmaß und Nachtrag besonders genau ist. Das Büro kennt die kommunalen Sondernutzungsvorgaben. Der Lagerleiter weiß, welches Material knapp wird. Die Geschäftsführung weiß, welche Baustellen in der Vergangenheit wegen unklarer Leistungsabgrenzung teuer wurden.

Ein Company Brain für Gerüstbau macht dieses Wissen strukturiert verfügbar. Es verbindet Regelwerke, interne Standards, Baustellenlogik, Materiallisten, Prüfprotokolle, Aufbau- und Verwendungsanleitungen, Freigaben, Nachtragswissen, Kundenanforderungen und Erfahrungswerte. Der Betrieb fragt dann nicht mehr nur: „Wo liegt das Protokoll?“ Sondern: „Was gilt für diese Gerüstart, an diesem Gebäude, mit diesem Auftraggeber, in dieser Nutzungssituation?“

Die Branche ist sicherheitsrelevant und mittelständisch geprägt. Die Sozialkasse des Gerüstbaugewerbes spricht von bundesweit mehr als 3.000 Gerüstbau-Betrieben, für die sie als Dienstleister tätig ist.   Gleichzeitig ist der Arbeitskontext risikoreich: 2024 gab es in Bauwirtschaft und baunahen Dienstleistungen 91.813 meldepflichtige Arbeitsunfälle.  

Welche Regelwerke muss ein Company Brain für Gerüstbau abbilden?

Ein Gerüstbau-Company-Brain sollte Regelwerke nicht nur sammeln, sondern in Arbeitssituationen übersetzen. Für deutsche Gerüstbaubetriebe sind unter anderem HwO, Anlage A HwO, ArbSchG, BetrSichV, TRBS 2121, TRBS 2121 Teil 1, TRBS 2121 Teil 2, TRBS 1203, ArbStättV, BaustellV, DGUV Vorschrift 1, DGUV Vorschrift 38, DGUV Information 201-011, BG BAU Bausteine, PSA-BV, DGUV Regel 112-198, DGUV Regel 112-199, GefStoffV, TRGS 519, TRGS 559, LasthandhabV, ProdSG, DIN EN 12811-1, DIN 4420, DIN EN 12810, DIN EN 1004, DIN EN 16508, BauPVO, Landesbauordnungen, StVO, § 45 StVO, RSA 21, ZTV-SA, MVAS 99, Sondernutzungssatzungen, VOB, ATV DIN 18451, DSGVO, BDSG, AEntG, ArbZG und MiLoG relevant.

Die TRBS 2121 Teil 1 ist dabei ein zentrales staatliches Regelwerk für Absturzgefährdungen bei der Verwendung von Gerüsten. Sie konkretisiert die Betriebssicherheitsverordnung und betrifft Auf-, Um- und Abbau ebenso wie die Verwendung von Gerüsten. Die DGUV Information 201-011 ist als praktische Orientierung für Arbeits-, Schutz- und Montagegerüste besonders wichtig, weil sie Planung, Aufbau, Prüfung, Freigabe, Nutzung und Dokumentation zusammenführt.

Hinzu kommt seit dem 1. Juli 2024 eine wichtige handwerksrechtliche Veränderung. Für Betriebe anderer Gewerke, die Arbeits- und Schutzgerüste aufbauen, gelten seitdem strengere Voraussetzungen; der Aufbau kann eine Eintragung in die Handwerksrolle für das Gerüstbauer-Handwerk erfordern.   Für Gerüstbaubetriebe ist das nicht nur ein Rechtsthema. Es stärkt die fachliche Abgrenzung und macht nachvollziehbare Qualifikation, Dokumentation und Verantwortlichkeit noch wichtiger.

Warum ist eine Dateiablage im Gerüstbau zu wenig?

Viele Gerüstbaubetriebe haben digitale Ablagen. Dort liegen Prüfprotokolle, Fotos, Angebote, Aufmaße, Bautagebücher, Gefährdungsbeurteilungen, Montageanweisungen, Herstellerunterlagen, VOB-Texte, E-Mails und Kundeninformationen. Das ist besser als Papierchaos, aber noch kein nutzbares Unternehmenswissen.

Eine Dateiablage weiß nicht, ob eine alte Gefährdungsbeurteilung zu einer heutigen Gerüstkonfiguration passt. Sie erkennt nicht, ob ein Gerüst nach einer Änderung erneut geprüft werden muss. Sie erklärt nicht, welche Besonderheiten bei einem Dachfanggerüst, einem Fassadengerüst mit Plane, einem Schutzdach, einem Rollgerüst, einem Gerüst im öffentlichen Gehwegbereich oder einem Gerüst an einem Sanierungsobjekt zu beachten sind.

Ein Company Brain ordnet Wissen nach Arbeitssituationen. Es verbindet Gerüstart, Gebäude, Auftraggeber, Nutzung, Lastklasse, Zugang, Absturzsicherung, Verkehrsfläche, kommunale Auflage, Prüfung, Freigabe, Material, Nachtrag und Dokumentationspflicht. Dadurch entsteht nicht nur eine Ablage, sondern eine Arbeitsgrundlage.

Wie hilft ein Company Brain bei Planung, Angebot und Aufmaß?

Gerüstbauangebote wirken nach außen manchmal einfach: Länge, Höhe, Standzeit, Auf- und Abbau. In der Realität steckt viel mehr dahinter. Es geht um Lastklassen, Breitenklassen, Zugänge, Verankerung, Untergrund, Konsolen, Schutzdächer, Dachfang, Treppentürme, Planen, Netze, Wetterschutz, Sonderkonstruktionen, Verkehrsflächen, Genehmigungen, Vorhaltung, Änderungen, Behinderungen und Abrechnung nach VOB/C ATV DIN 18451.

Ein Company Brain kann Angebotslogiken strukturieren. Es kann typische Leistungspositionen je Gerüstart bereitstellen, Annahmen dokumentieren, Abgrenzungen formulieren und wiederkehrende Nachtragsrisiken sichtbar machen. Besonders wertvoll ist das bei Baustellen mit mehreren Gewerken, öffentlichen Auftraggebern, Innenstadtlagen, Sondernutzung, engen Zufahrten oder wechselnden Bauzuständen.

Der Nutzen zeigt sich beim Aufmaß. Wenn Leistungspositionen, Fotodokumentation, Gerüstabschnitte, Änderungsaufträge und Behinderungen sauber verknüpft sind, wird die Abrechnung nachvollziehbarer. Der Betrieb muss nicht mühsam rekonstruieren, was vor vier Wochen auf der Baustelle passiert ist.

Wie unterstützt ein Company Brain Prüfung, Freigabe und Nutzung?

Gerüste sind Arbeitsmittel. Sie müssen nach Montage, Änderung und besonderen Ereignissen fachkundig beurteilt und freigegeben werden. In der Praxis entstehen dabei viele kleine, aber wichtige Informationspunkte: Wer hat geprüft? Welche Gerüstabschnitte sind freigegeben? Welche Nutzung ist vorgesehen? Welche Lastklasse gilt? Welche Einschränkungen bestehen? Wurde etwas geändert? Gab es Sturm, Anfahrschaden oder Eingriff durch andere Gewerke?

Ein Company Brain kann diese Informationen in einem Ablauf zusammenführen. Es kann interne Checklisten bereitstellen, Prüfprotokolle mit Gerüsttypen verbinden, Freigaben dokumentieren, wiederkehrende Mängel sichtbar machen und Verantwortlichkeiten klären. Wichtig ist dabei: Das System ersetzt keine befähigte Person nach TRBS 1203 und keine fachliche Prüfung. Es unterstützt Organisation, Nachvollziehbarkeit und Wissenszugriff.

Gerade bei mehreren Kolonnen und vielen parallelen Baustellen entsteht daraus ein echter Vorteil. Der Innendienst sieht schneller, welcher Stand aktuell ist. Die Bauleitung kann Fragen besser beantworten. Die Kolonne weiß, welche Punkte beim Umbau oder Abbau besonders zu prüfen sind.

Wie unterscheidet sich ein Company Brain von klassischer Gerüstbau-Software?

Arbeitssituation im GerüstbauKlassische Dateiablage oder EinzelsystemCompany Brain für Gerüstbau
Angebot für Fassadengerüst erstellenAltes Angebot wird kopiert und angepasst.Gerüstart, VOB-Logik, typische Positionen, Risiken und frühere Projekte werden verbunden.
Gerüst prüfen und freigebenPrüfprotokoll liegt als PDF oder Formular vor.Prüfung, Gerüstart, Nutzerhinweise, Einschränkungen und Historie sind strukturiert verknüpft.
Baustelle im öffentlichen Raum planenSondernutzung, StVO und RSA 21 werden separat gesucht.Kommunale Auflagen, Verkehrsfläche, Schutzdach, Beleuchtung und Dokumentation werden gemeinsam betrachtet.
Neue Mitarbeiter einarbeitenWissen wird mündlich auf der Baustelle weitergegeben.Standardfälle, Gefährdungen, Checklisten und Projektbeispiele sind zentral abrufbar.
Nachtrag begründenFotos, Mails und Bautagebuch müssen zusammengesucht werden.Änderung, Ursache, Datum, Foto, Auftraggeberkommunikation und Leistungsbezug sind nachvollziehbar.

Der Unterschied liegt nicht darin, dass ein Company Brain alles andere ersetzt. Es ergänzt bestehende Systeme dort, wo Kontext fehlt. Es macht aus Informationen Arbeitswissen.

Wie hilft ein Company Brain bei Absturzsicherung und Arbeitsschutz?

Absturz ist im Gerüstbau das zentrale Risiko. Deshalb dürfen TRBS 2121 Teil 1, DGUV Vorschrift 38, DGUV Information 201-011, PSA-Regeln, Rettungskonzepte und Unterweisungen nicht nur als Unterlagen vorhanden sein. Sie müssen im Alltag präsent sein.

Ein Company Brain kann Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen, typische Montagezustände, Schutzmaßnahmen und Eskalationsregeln verbinden. Wenn ein Gerüst an einem Bestandsgebäude mit unklaren Anschlagpunkten gestellt wird, wenn ein Dachfanggerüst geplant ist, wenn PSAgA genutzt werden muss oder wenn ein Rettungskonzept erforderlich wird, sollte der Betrieb schnell die passende interne Logik finden.

Die BG BAU meldete für 2024 in Bauwirtschaft und baunahen Dienstleistungen eine Tausend-Personen-Quote von 43,76 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollzeitbeschäftigte.   Diese Zahl zeigt nicht allein den Gerüstbau, aber sie passt zum Risikoumfeld. Arbeitsschutz im Gerüstbau ist kein Nebenthema, sondern Teil der Produktqualität.

Wie unterstützt ein Company Brain Baustellen im öffentlichen Raum?

Viele Gerüste stehen nicht auf idealen Privatflächen, sondern an Straßen, Gehwegen, Innenstädten, Geschäftsgebäuden, Schulen, Krankenhäusern, öffentlichen Einrichtungen oder engen Wohnquartieren. Dann kommen StVO, § 45 StVO, VwV-StVO, RSA 21, ZTV-SA, MVAS 99, Straßengesetze der Länder und kommunale Sondernutzungssatzungen ins Spiel.

Ein Gerüst auf einem Gehweg kann Fragen auslösen: Welche Restgehwegbreite bleibt? Ist ein Schutzdach erforderlich? Muss beleuchtet werden? Gibt es Halteverbot, Fußgängerführung, Beschilderung, Absperrung oder verkehrsrechtliche Anordnung? Welche Fotos verlangt die Kommune? Welche Gebühren, Fristen oder Auflagen gelten?

Ein Company Brain kann kommunale Anforderungen, Auftraggeberprofile, Verkehrssicherungslogik und interne Checklisten verknüpfen. Das ist besonders hilfreich für Betriebe, die regelmäßig in mehreren Städten arbeiten. Jede Kommune kann andere Formulare, Fristen und Auflagen haben. Wer das sauber dokumentiert, spart Zeit und reduziert Fehler.

Wie hilft ein Company Brain bei Material, Lager und Kolonnenwissen?

Gerüstbau ist materialintensiv. Fehlendes Material kostet Zeit, falsche Materialplanung kostet Fahrten, und unklare Rückläufe führen zu Chaos im Lager. Viel Wissen steckt in Erfahrung: Welche Baustelle braucht mehr Konsolen als geplant? Welche Innenhoflage erfordert besondere Transportwege? Welche Planenlast wurde unterschätzt? Welche Bauteile kommen beschädigt zurück? Welche Kolonne ist für welche Sonderlösung besonders geeignet?

Ein Company Brain kann Materialerfahrung mit Projektarten verknüpfen. Nicht als starres Lagerprogramm, sondern als Wissensebene: typische Materialkonfigurationen, besondere Engpässe, häufige Fehlplanungen, Erfahrungswerte aus ähnlichen Projekten, Hinweise für Logistik und Rückbau. Dadurch wird aus einzelnen Projektfehlern ein lernender Betrieb.

Gerade im Mittelstand ist das wichtig. Wachstum scheitert oft nicht an Nachfrage, sondern an Koordination: Material, Leute, Baustellen, Fahrzeuge, Genehmigungen, Wetter und Auftraggeberkommunikation müssen zusammenpassen.

Wie unterstützt ein Company Brain Nachträge und VOB-Abrechnung?

Nachträge sind im Gerüstbau alltäglich, aber oft schlecht vorbereitet. Standzeiten verlängern sich, andere Gewerke verzögern den Rückbau, Flächen werden später freigegeben, zusätzliche Aufgänge werden verlangt, Planen kommen hinzu, Verkehrsauflagen ändern sich, oder der Auftraggeber nutzt das Gerüst anders als ursprünglich vorgesehen.

Ein Company Brain kann helfen, solche Fälle nachvollziehbar zu dokumentieren. Es verbindet Angebot, Leistungsbeschreibung, VOB/C ATV DIN 18451, Aufmaß, Foto, Baustellennotiz, Kommunikation und Freigabe. Dadurch entsteht nicht nur eine bessere interne Übersicht, sondern auch eine stärkere Grundlage für Abrechnung und Streitvermeidung.

Wichtig ist die saubere Sprache. Ein Nachtrag sollte nicht erst formuliert werden, wenn der Konflikt da ist. Ein Company Brain kann bewährte Textbausteine, typische Begründungen und interne Freigabeschritte bereitstellen. So wird aus Bauchgefühl ein belastbarer Prozess.

Wie bleibt ein Company Brain im Gerüstbau DSGVO-konform?

Gerüstbaubetriebe verarbeiten viele Daten, die datenschutzrechtlich relevant sein können: Kundendaten, Mitarbeiterdaten, Baustellenfotos, GPS-Ortung von Fahrzeugen, Zeiterfassung, digitale Bautagebücher, Cloud-Tools, Zugangslisten und Kommunikation mit Auftraggebern. Auf Fotos können Personen, Kennzeichen oder private Bereiche sichtbar sein.

Ein Company Brain sollte deshalb zwischen allgemeinem Fachwissen und personenbezogenen Projektdaten unterscheiden. Regelwerke, Checklisten und SOPs sind anders zu behandeln als Baustellenfotos oder Mitarbeiterzeiten. Sinnvoll sind Rollenrechte, Datenklassen, Löschregeln, Protokollierung, europäische Hosting-Optionen und klare Zweckbindung.

Für mittelständische Gerüstbauer ist das pragmatisch lösbar. Datenschutz darf aber nicht erst nachträglich betrachtet werden, wenn bereits jahrelang Fotos, Protokolle und personenbezogene Notizen ungeordnet gespeichert wurden.

Welche Kennzahlen zeigen die Relevanz für Gerüstbaubetriebe?

  1. Mehr als 3.000 Gerüstbau-Betriebe werden bundesweit durch die SOKA GERÜSTBAU betreut. Quelle: SOKA GERÜSTBAU.
  2. 91.813 meldepflichtige Arbeitsunfälle gab es 2024 in Bauwirtschaft und baunahen Dienstleistungen. Quelle: BG BAU.
  3. 43,76 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitbeschäftigte betrug die Tausend-Personen-Quote 2024 in Bauwirtschaft und baunahen Dienstleistungen. Quelle: BG BAU.
  4. 1. Juli 2024 markiert die handwerksrechtliche Änderung für das Aufstellen von Arbeits- und Schutzgerüsten durch andere Gewerke. Quelle: HWK Stuttgart.

Diese Zahlen ersetzen keine betriebliche Risikoanalyse. Sie zeigen aber, warum Wissen, Arbeitsschutz, Freigabe, Dokumentation und klare Zuständigkeiten im Gerüstbau nicht nebenbei organisiert werden sollten.

Für welche Gerüstbaubetriebe lohnt sich ein Company Brain besonders?

Besonders sinnvoll ist ein Company Brain für Gerüstbaubetriebe mit mehreren Kolonnen, vielen parallelen Baustellen, öffentlichem Straßenraum, wiederkehrenden Auftraggebern, VOB-Abrechnung, Sonderkonstruktionen, Schutzgerüsten, Dachfanggerüsten, Sanierungsprojekten oder mehreren Standorten.

Auch Betriebe, die neue Mitarbeiter schneller einarbeiten, Prüfprozesse vereinheitlichen, Nachträge besser belegen oder Baustellenwissen aus einzelnen Köpfen lösen wollen, profitieren. Der Nutzen wächst mit Wiederholung. Jeder ähnliche Auftrag kann besser vorbereitet werden, wenn das Unternehmen aus vergangenen Projekten lernt.

Warum ist ein Company Brain für Gerüstbau kein weiteres IT-Projekt?

Ein Company Brain für Gerüstbau ist kein zusätzlicher Ordner und keine komplizierte Softwareidee. Es ist eine Wissensinfrastruktur für eine Branche, in der Sicherheit, Material, Baustellenrealität, Regelwerke, Freigaben, Aufmaß und Nachträge zusammenkommen. Der Wert entsteht, wenn Mitarbeiter schneller die richtige Information finden, Entscheidungen besser vorbereitet werden und Erfahrung nicht verloren geht.

Für mittelständische Gerüstbauer geht es dabei nicht um Technik um der Technik willen. Es geht um ruhigere Abläufe, weniger Rückfragen, nachvollziehbare Dokumentation, stabilere Qualität und weniger Abhängigkeit von einzelnen erfahrenen Mitarbeitern.

FAQ: Was ist ein Company Brain für Gerüstbau?

Ein Company Brain für Gerüstbau ist ein digitales Unternehmensgedächtnis für Regelwerke, Gefährdungsbeurteilungen, Prüfprotokolle, Freigaben, Angebotslogik, Aufmaß, Materialwissen, Baustellenerfahrung und Kundenanforderungen. Es ersetzt keine befähigte Person und keine fachliche Prüfung. Es macht vorhandenes Wissen strukturierter, auffindbarer und im Alltag besser nutzbar.

FAQ: Ersetzt ein Company Brain die befähigte Person nach TRBS 1203?

Nein. Ein Company Brain ersetzt keine befähigte Person und keine fachkundige Prüfung. Es unterstützt die Organisation, indem es passende Checklisten, frühere Prüfungen, Gerüstarten, Einschränkungen und Dokumentationspflichten bereitstellt. Die fachliche Bewertung bleibt beim Betrieb und den verantwortlichen Personen. Das System verbessert Vorbereitung, Nachvollziehbarkeit und Wissenszugriff.

FAQ: Welche Regelwerke sollte ein Company Brain für Gerüstbau enthalten?

Wichtig sind unter anderem HwO Anlage A, BetrSichV, TRBS 2121 Teil 1, TRBS 1203, DGUV Vorschrift 38, DGUV Information 201-011, DIN EN 12811-1, DIN 4420, DIN EN 12810, VOB/C ATV DIN 18451, ArbSchG, BaustellV, PSA-Regeln, TRGS 519, StVO, RSA 21, ZTV-SA und DSGVO.

FAQ: Hilft ein Company Brain bei Gerüstfreigaben?

Ja. Ein Company Brain kann Prüfprotokolle, Gerüstabschnitte, Freigaben, Einschränkungen, Nutzerhinweise, Änderungen und besondere Ereignisse strukturiert dokumentieren. Es ersetzt keine Prüfung, macht aber sichtbar, welcher Stand aktuell ist. Besonders bei mehreren Kolonnen und parallelen Baustellen wird die Abstimmung zwischen Büro, Bauleitung und Kolonne dadurch klarer.

FAQ: Kann ein Company Brain Nachträge im Gerüstbau unterstützen?

Ja. Nachträge entstehen häufig durch längere Standzeiten, geänderte Nutzung, zusätzliche Aufgänge, Planen, Schutzdächer, Behinderungen oder Verkehrsauflagen. Ein Company Brain kann Angebot, Leistungsbeschreibung, Fotos, Bautagebuch, Kommunikation, Aufmaß und VOB-Bezug verbinden. Dadurch werden Nachträge nachvollziehbarer und weniger abhängig von Erinnerung oder verstreuten E-Mails.

FAQ: Ist ein Company Brain für Gerüste im öffentlichen Raum sinnvoll?

Ja. Gerüste im öffentlichen Raum berühren oft StVO, § 45 StVO, RSA 21, ZTV-SA, kommunale Sondernutzung, Gehwegbreiten, Schutzdächer, Beleuchtung und Verkehrsführung. Ein Company Brain kann kommunale Auflagen, interne Checklisten und Projekterfahrungen verknüpfen. Das hilft besonders bei Innenstadtlagen, Gehwegsperrungen und regelmäßig wechselnden kommunalen Anforderungen.

FAQ: Wie unterstützt ein Company Brain die Einarbeitung neuer Mitarbeiter?

Neue Mitarbeiter müssen nicht nur Bauteile kennen, sondern auch Arbeitsweise, Sicherheitslogik, Prüfprozesse, Kundenanforderungen und typische Baustellenrisiken verstehen. Ein Company Brain kann Standardfälle, Checklisten, Unterweisungen, Gerüstarten und Projektbeispiele bereitstellen. Erfahrene Mitarbeiter bleiben wichtig, müssen aber weniger Grundfragen mehrfach erklären.

FAQ: Kann ein Company Brain DSGVO-konform betrieben werden?

Ja, wenn Datenschutz von Anfang an berücksichtigt wird. Wichtig sind Rollenrechte, Datenklassen, europäisches Hosting, Protokollierung, Löschregeln und eine klare Trennung zwischen allgemeinem Fachwissen und personenbezogenen Projektdaten. Besonders Baustellenfotos, GPS-Daten, Zeiterfassung, Mitarbeiterdaten und digitale Bautagebücher müssen bewusst organisiert werden.

FAQ: Für welche Unternehmensgröße lohnt sich ein Company Brain?

Ein Company Brain lohnt sich besonders für Gerüstbaubetriebe mit mehreren Kolonnen, parallelen Baustellen, VOB-Abrechnung, öffentlichem Straßenraum, wiederkehrenden Auftraggebern oder vielen Nachträgen. Kleine Betriebe können schlank mit Checklisten, Freigaben und Angebotsbausteinen starten. Je häufiger Wissen gesucht, erklärt oder rekonstruiert wird, desto größer ist der Nutzen.

Quellenangabe der verwendeten Kennzahlen

SOKA GERÜSTBAU – Sozialkasse des Gerüstbaugewerbes
https://www.sokageruest.de/

BG BAU – Pressemappe zu den Jahreszahlen 2024
https://www.bgbau.de/die-bg-bau/presse/presseportal/pressemappen/pressemappe-zu-den-jahreszahlen-2024

Handwerkskammer Stuttgart – Arbeits- und Schutzgerüste: Das ändert sich für den Aufbau ab dem 1. Juli 2024
https://www.hwk-stuttgart.de/artikel/arbeits-und-schutzgerueste-das-aendert-sich-fuer-den-aufbau-ab-dem-1-juli-2024-67,0,3074.html

Interessante Links

BAuA – TRBS 2121 Teil 1 Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz bei der Verwendung von Gerüsten
https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/TRBS/TRBS-2121-Teil-1

BG BAU – DGUV Information 201-011 Arbeits-, Schutz- und Montagegerüste
https://www.bgbau.de/fileadmin/Medien-Objekte/Medien/DGUV-Informationen/201_011/201_011.pdf

Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk und Bundesverband Gerüstbau
https://www.geruestbauhandwerk.de/